Ein folgenschwerer Patzer im großen Finale
Im Finale des englischen Ligapokals zwischen dem FC Arsenal und Manchester City wurde Torhüter Kepa Arrizabalaga erneut zur tragischen Figur. Sein entscheidender Fehler in der 60. Minute läutete die 0:2-Niederlage der Gunners ein und löste eine kontroverse Debatte über die Aufstellungsentscheidung von Trainer Mikel Arteta aus.
Der entscheidende Moment
Nach einer torlosen ersten Halbzeit schien das Spiel ausgeglichen, bis eine harmlose Flanke von Rayan Cherki auf Kepa zusegelte. Statt den Ball sicher zu fangen, ließ der spanische Torwart das Spielgerät durch seine Hände rutschen – direkt vor die Füße von Nico O’Reilly. Der Manchester-City-Spieler köpfte ohne Mühe zum 1:0 ein und brachte seine Mannschaft auf die Siegerstraße.
„Das war ein wirklich schlimmer Fehler des Torhüters, ein echter Patzer in einem entscheidenden Moment“, analysierte Co-Kommentator Gary Neville bei Sky Sports. Neville kritisierte nicht nur den Patzer, sondern auch Kepas allgemeines Spielverhalten, das er als verlangsamend und ineffektiv bezeichnete.
Arteta im Fadenkreuz der Kritik
Die eigentliche Kontroverse entzündete sich jedoch an der Entscheidung von Trainer Mikel Arteta, nicht Stammtorhüter David Raya, sondern die Nummer zwei Kepa Arrizabalaga im Finale aufzustellen. Mehrere Experten und ehemalige Profis übten scharfe Kritik an dieser Wahl.
Der frühere Liverpool-Star Jamie Redknapp nannte Artetas Entscheidung einen „monumentalen Fehler“ und fragte: „Warum also entscheidest du dich in einem großen Finale, wenn du versuchst, den Titel zu holen, und schon so lange keinen Pokal mehr gewonnen hast, ihn aufzustellen?“
Arsenal-Legende Ian Wright unterstützte diese Einschätzung: „Das Risiko hat sich nicht ausgezahlt. Es war die Art des Fehlers, die einen denken lässt: ‚Das ist ein Nummer-zwei-Torwart.‘“
Kepas unglückliche Final-Historie
Für Kepa Arrizabalaga setzte sich damit eine Serie unglücklicher Auftritte in wichtigen Finalspielen fort:
- 2019 weigerte er sich im Ligapokal-Finale für Chelsea, ausgewechselt zu werden, woraufhin sein Team das Elfmeterschießen verlor
- 2022 schoss er im Finale gegen Liverpool den entscheidenden Elfmeter über das Tor
- Nun der folgenschwere Patzer gegen Manchester City
Jamie Carragher, ehemaliger Liverpool-Innenverteidiger, brachte es auf den Punkt: „Mikel Arteta schuldet Kepa nichts. Er schuldet den Arsenal-Fans die bestmögliche Chance, den ersten Titel seit sechs Jahren zu gewinnen.“
Artetas Rechtfertigung
Der Arsenal-Trainer verteidigte seine umstrittene Entscheidung nach dem Spiel. „Ich habe vor dem Spiel eine Entscheidung getroffen, basierend auf dem, was er die ganze Saison über geleistet hat“, erklärte Arteta. „Die Tatsache, dass er in diesem Wettbewerb gespielt und uns geholfen hat, dort zu stehen, wo wir heute sind. Es wäre sehr unfair gewesen, einen anderen zu wählen.“
Der Trainer räumte zwar ein, dass Fehler zum Fußball gehören, bedauerte aber, „dass es in einem entscheidenden Moment passiert ist“.
Kontrast zu Manchester City
Interessanterweise stand auch bei Manchester City mit James Trafford die Nummer zwei im Tor. Experte Jamie Carragher sah hier jedoch einen Unterschied: „Pep ist Trafford etwas schuldig. Er hat ihn zu Beginn der Saison als Nummer eins verpflichtet, fand ihn dann aber nicht gut genug und holte Donnarumma – das war nicht einfach für den Jungen.“
Während Manchester City den Titel gewann, muss Arsenal nun die nächste Trophäen-Chance abwarten – und mit der Frage leben, ob die richtige Torhüter-Entscheidung den Ausgang des Finals hätte verändern können.



