Champions League: Längere Sperre für Kimmich und Olise unwahrscheinlich
Kimmich und Olise: Längere Sperre unwahrscheinlich

Champions League: Keine zusätzliche Sperre für Kimmich und Olise erwartet

Im Champions-League-Achtelfinale zwischen dem FC Bayern München und Atalanta Bergamo haben sich Joshua Kimmich und Michael Olise jeweils eine Gelbe Karte eingehandelt. Diese Verwarnungen führen automatisch zu einer Sperre für das Rückspiel der Königsklasse. Spekulationen über eine mögliche absichtliche Provokation der Karten und daraus resultierende längere Sperren des Duos werden jedoch nach aktuellen Informationen als unwahrscheinlich eingestuft.

Verdacht auf absichtliche Gelbe Karten

Einige Fußballexperten äußerten nach dem Spiel den Verdacht, dass Kimmich und Olise die Verwarnungen in Bergamo möglicherweise vorsätzlich herbeigeführt haben könnten. Hintergrund ist die Tatsache, dass beide Spieler im Falle einer Gelben Karte lediglich für das Rückspiel gesperrt wären, in einem potenziellen Viertelfinale gegen Manchester City oder Real Madrid jedoch wieder zur Verfügung stünden. Die UEFA wollte auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur weder bestätigen noch dementieren, ob eine Untersuchung zu diesem Vorfall eingeleitet wurde.

In einem offiziellen Statement des europäischen Fußballverbands hieß es lediglich: „Sobald Vorfälle gemeldet werden, werden Verfahren eingeleitet. Sollten diese zu Disziplinarmaßnahmen führen, werden diese auf der UEFA-Disziplinarwebsite veröffentlicht.“ Konkrete Hinweise auf ein Disziplinarverfahren gegen die Bayern-Spieler liegen derzeit nicht vor.

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Hohe Hürden für eine zusätzliche Sperre

Nach Informationen von SPORT1 ist es hinter den Kulissen der UEFA unwahrscheinlich, dass Kimmich und Olise mit einer Sperre über das Rückspiel hinaus belegt werden. Die Disziplinarordnung des Verbands sieht in Punkt 15.1 vor, dass zusätzliche Sperren nur bei einer „klaren absichtlichen Erlangung einer Gelben oder Roten Karte“ verhängt werden dürfen. Den Spielern müsste demnach eindeutig nachgewiesen werden können, dass sie die Verwarnung vorsätzlich provozierten.

Joshua Kimmich lieferte nach dem Spiel eine plausible Erklärung für seine Gelbe Karte: „An sich war es unnötig. Ich habe nach einer passenden Anspielstation gesucht. Man will dann nicht ins Pressing reinspielen. Ich glaube, wenn der gegnerische Stürmer nicht auf mich zustürmt, gibt er vielleicht auch nicht die Gelbe Karte. Ich wollte dann gerade den Ball rausspielen und an sich war das dann zu spät. Ärgerlich“, so der Bayern-Star im Interview mit Prime Video. Diese Aussage erschwert einen Nachweis der Absicht erheblich.

Historische Präzedenzfälle

In der Vergangenheit gab es durchaus Fälle, in denen Spieler für absichtlich provozierte Gelbe Karten bestraft wurden. Ein prominentes Beispiel ist Sergio Ramos, der sich im Februar 2019 während eines Champions-League-Spiels vorsätzlich eine Gelbe Karte abholte und dies später öffentlich eingestand. Die UEFA belegte den damaligen Real-Madrid-Kapitän daraufhin mit einer Zwei-Spiele-Sperre. Ein solches Eingeständnis liegt im Fall von Kimmich und Olise jedoch nicht vor, was die Beweislage deutlich erschwert.

Der FC Bayern München kann somit voraussichtlich damit rechnen, dass beide Leistungsträger nach der Sperre für das Rückspiel gegen Bergamo wieder uneingeschränkt einsatzbereit sind. Sollte die Mannschaft das Achtelfinale überstehen, stünden Kimmich und Olise im Viertelfinale gegen Manchester City oder Real Madrid zur Verfügung, sofern die UEFA nicht doch noch unerwartete Disziplinarmaßnahmen verhängt.

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