Köln-Boss Kessler rügt Stadionsprecher nach Skandal-Äußerungen gegen BVB
Köln-Boss rügt Stadionsprecher nach BVB-Spiel

Köln-Boss Kessler muss Stadionsprecher nach emotionalen Ausfällen öffentlich maßregeln

Nach dem emotional aufgeladenen Heimspiel gegen Borussia Dortmund, das der 1. FC Köln mit 1:2 verlor, musste Sportvorstand Thomas Kessler nicht nur Trainer Lukas Kwasniok beruhigen, sondern auch den eigenen Stadionsprecher öffentlich zur Rechenschaft ziehen. Die Situation eskalierte nach dem Schlusspfiff, als Kessler klare Worte für die unangemessenen Kommentare von Stadionsprecher Michael Trippel fand.

Stadionsprecher verliert zweimal die Fassung

Der 71-jährige Stadionsprecher Michael Trippel hatte während des Spiels gleich zwei Mal die professionelle Distanz verloren. Nach der VAR-Entscheidung, die zur roten Karte für FC-Abwehrspieler Simpson-Pusey führte, brüllte Trippel emotional ins Mikrofon: „Pfui! Widerlich!“ Diese Äußerung sorgte bereits für Unruhe im Stadion.

Doch nach dem endgültigen Schlusspfiff setzte Trippel noch einen drauf und verkündete durch die Stadionlautsprecher: „Ich werde wahrscheinlich richtig Ärger kriegen, aber ich muss es loswerden: In der 95. Minute gab es ein klares Handspiel im Dortmunder Strafraum und das guckt sich noch nicht mal einer an.“ Diese direkte Kritik an Schiedsrichter Daniel Siebert und dem Video-Assistenten Benjamin Cortus überschritt eindeutig die Grenzen des Erlaubten.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Kessler spricht Klartext und kündigt Konsequenzen an

Für Köln-Boss Thomas Kessler waren diese Äußerungen inakzeptabel. In einem Interview mit Sky Sports machte der 40-Jährige unmissverständlich klar: „Das ist eine Thematik, die gefällt mir nicht. Wir wollen nicht über den Stadionsprecher den Schiedsrichter bewerten. Dafür gibt es Menschen im Klub, dazu gehört er nicht.“

Kessler kündigte an, dass es im Nachgang des Spiels Gespräche geben werde, was deutlich macht, dass für Trippel Konsequenzen drohen. Nicht nur vom Verein selbst, sondern möglicherweise auch vom Deutschen Fußball-Bund, der sich die emotionalen Ausfälle des Stadionsprechers sicherlich noch genauer anhören wird.

Geteilte Wut auf Schiedsrichterleistung

Einzig in ihrer Kritik an der Schiedsrichterleistung waren sich Kessler und Trippel einig. Besonders die Szene in der fünften Minute der Nachspielzeit sorgte für Empörung auf Kölner Seite. BVB-Spieler Couto berührte den Ball mit der Hand, doch Video-Assistent Benjamin Cortus sah keinen Grund zum Eingreifen.

Kessler, der zunächst Trainer Kwasniok beruhigen musste, zeigte sich fassungslos: „Ich verstehe das nicht und ich weiß nicht, was Benjamin Cortus in dem Moment im Kölner Keller gemacht hat. Couto kriegt den Ball an die Hand. Linton Maina steht zum Schuss bereit dahinter. Damit ist eine klare Vereitelung einer Torchance. Das war eine spielentscheidende Szene.“

Auch die Elfmeterentscheidung in der 67. Minute, die zunächst für Dortmund gegeben, dann aber nach VAR-Einsatz zurückgenommen wurde, trug zur allgemeinen Verwirrung und Frustration bei.

Frust bei gleichzeitigem Lob für die Mannschaft

Trotz der emotionalen Enttäuschung über die Niederlage und die umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen fand Kessler anerkennende Worte für seine Spieler: „Es ist sehr schade für die Jungs, aber die sollen heute mit erhobenem Haupt das Stadion verlassen. Wir sind nach dem Spiel noch im Soll.“ Diese Aussage unterstreicht, dass die sportliche Leistung der Mannschaft trotz der Niederlage Anerkennung verdient.

Die Ereignisse des Abends zeigen einmal mehr, wie emotional geladen Fußballspiele auf höchstem Niveau sein können und welche Herausforderungen sich für Vereinsverantwortliche ergeben, wenn Mitarbeiter die Grenzen des professionellen Verhaltens überschreiten.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration