Kölns Karnevals-Flucht: Trainer Kwasniok erklärt Ablenkungsgefahr vor Stuttgart-Spiel
Der 1. FC Köln hat eine ungewöhnliche Reiseentscheidung getroffen: Das Team reist bereits am Donnerstag, einen Tag früher als üblich, zum Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart an. Der Grund ist der Auftakt des Kölner Straßenkarnevals am Samstag. Trainer Lukas Kwasniok (44) erklärt die sogenannte Karnevals-Flucht nun ausführlich.
„Es ist Professionalität, keine Flucht“
„Es ist keine Flucht, es ist Professionalität“, betont Kwasniok zunächst. Doch der Trainer fügt direkt an: „Aber man kann es flapsig mit einer Flucht umschreiben. Es geht um Ergebnisse! Und die sind in der Vergangenheit rund um Karneval nicht so berauschend gewesen.“
Die Statistik gibt dem Köln-Trainer recht: Von den letzten 16 Spielen zwischen Weiberfastnacht und Rosenmontag konnte der FC nur zwei gewinnen. Der letzte Sieg in dieser Phase datiert aus dem Jahr 2020, als Köln unter Ex-Trainer Markus Gisdol mit 5:0 in Berlin triumphierte. Auch in Stuttgart hat der Verein in den jecken Tagen schlechte Erfahrungen gemacht – zuletzt 2003 mit einer 0:3-Niederlage.
Ablenkungsgefahr in Köln „extrem groß“
Kwasniok begründet die frühe Abreise mit der enormen Ablenkungsgefahr in der Karnevalshochburg Köln: „Logischerweise, wenn du hier vor Ort bist, ist der Fokus nicht komplett auf dem, wofür du bezahlt wirst. Sondern die Ablenkungsgefahr ist einfach extrem groß. Ich bin noch nicht allzu lange da, habe heute Morgen aber schon einige Anfragen bekommen, ob wir denn heute unterwegs sind.“
In der vergangenen Saison wurde das Problem besonders deutlich: Drei Spieler waren entgegen interner Absprachen auf Weiberfastnacht in der Stadt unterwegs. Knapp 48 Stunden später verlor Köln mit 0:1 beim Karlsruher SC.
Training auf DFB-Campus als Zwischenstopp
Diesmal soll alles anders laufen. Der FC macht einen Zwischenstopp in Frankfurt und trainiert am Donnerstag auf dem DFB-Campus. Am Nachmittag geht es dann weiter nach Stuttgart ins Team-Hotel. Das Spiel beim VfB ist für die Kölner von entscheidender Bedeutung: Als Tabellenzehnter hat der Verein nur noch sechs Punkte Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz, die Relegationsplätze sind nur vier Punkte entfernt.
Nach dem Stuttgart-Spiel wartet mit der Partie gegen Hoffenheim am 21. Februar bereits der nächste schwere Brocken. Kwasniok, der auf der Klub-Karnevalssitzung am Dienstagabend noch im Mönchskostüm geschunkelt hatte, macht die Lage deutlich: „Ich habe von Anfang an gesagt, dass die Punkte, die wir geholt haben, immer so ein Puffer sind, um uns von den unteren Tabellenplätzen fernzuhalten. Aber klar, wenn die anderen Teams punkten und wir nicht, rückt alles enger zusammen. Am Ende wirst du zwischen 32 und 35 Punkte brauchen, um die Klasse zu halten.“
Die frühe Abreise nach Stuttgart zeigt, wie ernst der FC Köln die Situation nimmt. In einer Stadt, die normalerweise im Karnevalsfieber schwärmt, setzt der Fußballverein auf maximale Konzentration – auch wenn der Trainer selbst noch kurz zuvor im Kostüm feierte.



