Experten loben Nagelsmanns ungewöhnliche Offenheit vor Fußball-WM
Bundestrainer Julian Nagelsmann hat mit einem aktuellen Interview und deutlichen Aussagen zu einzelnen Kandidaten für die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft für Aufmerksamkeit gesorgt. Drei illustre Experten der Telekom – die Ex-Weltmeister Thomas Müller und Mats Hummels sowie Trainer-Ikone Jürgen Klopp – zeigen sich davon nicht gestört, sondern äußern ausdrückliche Zustimmung.
Müller erkennt klaren Plan hinter den Äußerungen
Der langjährige Bayern-Profi Thomas Müller betonte in seiner Reaktion: „Man ist es nicht gewohnt, dass ein Bundestrainer sich schon so klar und vor allem zu einzelnen Personalien äußert.“ Er fügte jedoch hinzu: „Aber man konnte erkennen, dass er etwas vorhat, dass er einen Plan hat.“ Nagelsmann hatte im Fachmagazin „Kicker“ über verschiedene Spieler gesprochen – teils mit auffallender Kritik, teils mit deutlicher positiver Bewertung hinsichtlich einer möglichen Nominierung oder ihrer Rolle im Team.
Müller nannte insbesondere seinen ehemaligen Teamkollegen Leon Goretzka als „die spannendste Personalie“. Dem Mittelfeldspieler wurde von Nagelsmann Spielzeit in Aussicht gestellt, obwohl er bei Bayern München derzeit nicht gesetzt ist. Müller kommentierte: „Das hat er bewusst gesetzt und ich verstehe auch warum.“
Hummels sieht Kommunikation als positiv an
Mats Hummels äußerte sich ebenfalls wohlwollend zu Nagelsmanns Interview: „Er kommuniziert ein bisschen offensiver, das finde ich auch in Ordnung.“ Der Ex-Nationalspieler wies darauf hin, dass es nicht ungewöhnlich sei, wenn Spieler bereits Monate vor einem Turnier Gewissheit über Einsätze erhielten. „Es wurde halt weniger kommuniziert“, so Hummels.
Er erinnerte dabei an das erfolgreiche WM-Turnier in Brasilien 2014 und seinen damaligen Teamkollegen Thomas Müller: „Der Thomas hatte im März 2014 ja auch nicht die allergrößten Zweifel, dass er mit nach Brasilien fliegt, und Philipp Lahm hatte das auch nicht.“
Klopp schätzt selbstbewussten Bundestrainer
Jürgen Klopp, der Fußball-Chef von Red Bull und ehemaliger Trainer von Borussia Dortmund und Liverpool, meinte zu Nagelsmanns Kommentaren: „Wir haben einen selbstbewussten Bundestrainer, das finde ich cool.“ Er betonte, dass er aus den Äußerungen keinen Freifahrtschein für einzelne Spieler herausgelesen habe: „Ich habe nichts gefunden, wo ich mir gedacht habe: Das bedeutet für den Spieler X, das war's, oder für den Spieler Y, du brauchst gar nichts mehr zu machen, du bist sowieso Stammspieler.“
Der erfahrene Coach kündigte zudem an, nicht besonders kritisch auf Nagelsmann zu blicken: „Ich habe nicht vor, ihn zu belehren und ihm zu sagen, wie es besser geht.“ Er wolle auch nicht nach eventuell enttäuschenden deutschen Spielen als Besserwisser auftreten. „Das lasse ich dann den Thomas sagen“, scherzte Klopp abschließend.



