Weltmeister Kramer setzt auf Hecking: „Da würde ich Geld drauf setzen“
Kramer: „Auf Hecking würde ich Geld setzen“

Weltmeister Kramer vertraut auf Heckings Autorität im Abstiegskampf

Der VfL Wolfsburg befindet sich in einer kritischen Phase der Bundesliga-Saison. Nach der Entlassung von zwei Trainern – Paul Simonis und Daniel Bauer – hat der Verein mit Dieter Hecking einen erfahrenen Retter verpflichtet. Der 61-jährige Trainer soll den Klub vor dem ersten Bundesliga-Abstieg der Vereinsgeschichte bewahren. Nach einem 1:1 bei Hoffenheim beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz aktuell drei Punkte. Am Samstag steht mit dem Kellerduell gegen Werder Bremen ein entscheidendes Spiel an.

„Wie er aussieht, da hast du schon Respekt“

Für Christoph Kramer, Weltmeister von 2014 und ehemaliger Nationalspieler, ist Dieter Hecking der größte Hoffnungsträger im Kampf um den Klassenerhalt. Im Podcast „Copa TS“ mit Tommi Schmitt äußerte sich der 35-jährige Ex-Profi begeistert über den Wolfsburg-Coach. „Hecking ist ein Trainer, den kannst du auch länger nehmen. Aber er hat auch sehr gute Feuerwehrmann-Qualitäten“, so Kramer. „Er macht jetzt nichts Besonderes, aber alleine, wie er aussieht, da hast du schon Respekt vor ihm. Er hat eine natürliche Autorität und kriegt es hin, dass er eine Mannschaft emotional packt und dass er immer die beste Elf spielen lässt“.

Kramer, der Hecking aus gemeinsamen Zeiten bei Borussia Mönchengladbach zwischen 2016 und 2019 kennt, betonte: „Dieter Hecking schafft es, da würde ich auch tatsächlich Geld drauf setzen“. Der ehemalige Mittelfeldspieler hob insbesondere Heckings menschliche Qualitäten hervor: „Er hat eine vernünftige Ansprache und immer auch mal einen Witz dazwischen, den man ihm nicht so zutraut, wenn man ihn sieht“.

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Persönliche Erinnerungen und fachliche Bewertung

Mit einem Lächeln erinnerte sich Kramer an Heckings Auftreten in der Kabine: „Ich weiß noch, als er bei uns in die Kabine kam, hatte er häufig ein kariertes Hemd an, das er in die Hose gesteckt hatte, und dazu einen alten Gürtel, den man irgendwie bekommt, wenn man in den Achtzigern mal Vater geworden ist“. Die persönliche Verbindung ist für Kramer bis heute wichtig: „Ich mag Dieter unglaublich gerne. Er ist einer der Wenigen, mit dem ich noch regelmäßig vernünftigen Kontakt habe“.

Fachlich ist Kramer überzeugt, dass Hecking den Klassenerhalt mit Wolfsburg schaffen wird. Ein weiterer Erfolgsfaktor sei Co-Trainer Frank Geideck, den Kramer als „den besten Co-Trainer, den ich in meiner Karriere hatte“ bezeichnete. „Frank ist unfassbar loyal zu den Spielern und zum Trainer. Er hat einen richtig geilen, witzigen Humor und ist ein Kumpel-Typ, trotzdem passt bei ihm kein Blatt zwischen Trainer und Co-Trainer. Er ist auch fachlich wirklich gut. Wäre ich Trainer, würde ich als Erstes Frank Geideck anrufen“.

Kritische Töne zum Wolfsburger Kader

Weniger überzeugt zeigte sich Kramer hingegen von der aktuellen Spielermannschaft des VfL Wolfsburg. Zwar lobte er die „gute Bundesliga-Doppelsechs mit Gerhardt und Arnold“, äußerte aber Zweifel an der Passgenauigkeit einzelner Spieler. „Eriksen ist ein Superspieler, die Frage ist aber, ob Eriksen zu Wolfsburg und den Mitspielern passt. Ich finde Wolfsburg so halb gut“, so das ernüchternde Fazit des Ex-Profis.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Heckings natürliche Autorität und Geidecks Unterstützung ausreichen, um die Wolfsburger vor dem Abstieg zu bewahren. Das direkte Duell gegen Werder Bremen am Samstag könnte bereits richtungsweisend sein für das weitere Schicksal des Traditionsklubs.

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