Kreisliga-Eklat in München: Drogendealer kostet Verein 27 Punkte
Kreisliga-Eklat: Dealer kostet Verein 27 Punkte

Münchner Amateurfußball von schwerem Skandal erschüttert

Der Münchner Amateurfußball wird derzeit von einem außergewöhnlichen Skandal erschüttert, der weit über die Grenzen der Kreisliga hinaus für Aufsehen sorgt. Die SpVgg Haidhausen 1906 muss einen drastischen Abzug von 27 Punkten hinnehmen, nachdem sich herausgestellt hat, dass ein Spieler unter falscher Identität auflief und mutmaßlich als Drogendealer aktiv war.

Ein Spieler mit doppeltem Leben

Die unglaubliche Geschichte nahm ihren Anfang im vergangenen Jahr, als sich der betroffene Spieler dem Münchner Kreisligisten anschloss. Unter einer gefälschten Identität absolvierte der gebürtige Münchner insgesamt 14 Spiele für die SpVgg Haidhausen und erzielte dabei beachtliche neun Treffer. Seine fußballerischen Leistungen ließen zunächst nichts Ungewöhnliches vermuten.

Doch im Dezember 2025 kam die schockierende Wahrheit ans Licht: Der 34-Jährige sollte eigentlich wegen Rauschgifthandels verhaftet werden. Bei dem Polizeieinsatz eskalierte die Situation jedoch, als der Beschuldigte mit seinem Fahrzeug auf mehrere Beamte zuraste. Erst Schüsse der Polizei konnten ihn stoppen und die Festnahme ermöglichen.

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Schwere Vorwürfe und umfangreiche Beweise

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann nun versuchten Mord und bewaffneten Drogenhandel vor. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fanden Ermittler mehrere Kilogramm Amphetamin, erhebliche Bargeldsummen, scharfe Schusswaffen und gefälschte Pässe. Diese Dokumente hatte der Beschuldigte offenbar systematisch genutzt, um seine wahre Identität zu verschleiern.

Laut Recherchen der Münchner tz spielte der Mann bis 2015 noch unter seinem richtigen Namen im Münchner Amateurfußball. Ab Oktober 2018 trat er dann unter falschem Namen für verschiedene Vereine in der bayerischen Landeshauptstadt auf, bevor er im Jahr 2025 zur SpVgg Haidhausen wechselte.

Vereinsverantwortliche in Unkenntnis

Giuseppe Scialdone, Klubboss der SpVgg Haidhausen, zeigte sich gegenüber der TZ fassungslos über die Enthüllungen: „Das ist absoluter Wahnsinn. Er war komplett unauffällig, schmiss nicht mit Geld um sich. Er sagte, er habe ein Fitnessstudio.“ Der Vereinsverantwortliche betonte, man habe keinerlei Anhaltspunkte für die kriminellen Aktivitäten des Spielers gehabt.

Scialdone verwies darauf, dass der Spielerpass bereits vorgelegen habe und der Verein lediglich die Daten übernommen habe: „Wie hätten wir überprüfen sollen, dass seine Identität nicht echt ist?“ Aus Sicht des Klubs sei man selbst Opfer eines Betrügers geworden.

Drastische sportliche Konsequenzen

Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) hat nun zehn Spielwertungen zu Ungunsten der SpVgg Haidhausen annulliert, was einem Abzug von 27 Punkten entspricht. Statt als Tabellenführer mit 43 Punkten würde der Verein über Nacht mit nur noch 16 Punkten im Abstiegskampf stehen.

In einer offiziellen Mitteilung begründete der Verband die Entscheidung damit, dass der betreffende Spieler „aufgrund falscher Angaben nicht einsatzberechtigt gewesen ist“. Gleichzeitig sah das Sportgericht die Unschuld des Vereins an der Täuschung und verzichtete auf weitere Sanktionen gegen den Klub.

Verein wehrt sich gegen die Strafe

Die SpVgg Haidhausen will das Urteil jedoch nicht akzeptieren. Klubboss Scialdone erklärte entschieden: „Uns trifft keine Schuld, wir sind die Leidtragenden. Wir alle – Verband und Verein – sind Opfer eines Betrügers geworden. Ich gehe davon aus, dass im Sinne der Gerechtigkeit entschieden wird.“

Der Fall wirft grundsätzliche Fragen zur Spielerüberprüfung im Amateurfußball auf und zeigt, wie anfällig das System für Identitätsbetrug sein kann. Während der mutmaßliche Drogendealer sich vor Gericht verantworten muss, kämpft die SpVgg Haidhausen nun um ihr sportliches Überleben in der Kreisliga.

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