Vernichtende Kritik nach Liverpool-Pleite: Auch Florian Wirtz im Fokus der Experten
Nach dem enttäuschenden 0:2 beim Viertelfinal-Hinspiel der Champions League bei Paris Saint-Germain droht dem FC Liverpool das vorzeitige Aus im europäischen Wettbewerb. Die Expertenmeinungen fallen überdeutlich aus und betreffen auch den deutschen Nationalspieler Florian Wirtz, der sein Fett weg bekommt.
Erschreckende Zahlen und harsche Worte
Beim FC Liverpool läuft derzeit wenig zusammen – ganz im Gegenteil. Nach der ernüchternden Niederlage in Paris hagelte es scharfe Kritik von verschiedenen Seiten. „Liverpool war schlecht, wirklich schlecht“, wurde der ehemalige Torhüter Paul Robinson bei BBC deutlich. Die Statistiken untermauern diese Einschätzung: Die Reds kamen auf lediglich 26 Prozent Ballbesitz und konnten keinen einzigen Schuss auf das Tor der Gastgeber verzeichnen. Zuletzt war dies in der Champions League am 25. November 2020 gegen Atalanta Bergamo (0:2) der Fall gewesen.
Carragher nimmt Wirtz und Isak ins Visier
Liverpool-Legende Jamie Carragher äußerte sich bei CBS Sports besonders deutlich: „Was wir gerade gesehen haben, war, als würde man einer Mannschaft aus einer unteren Liga zuschauen. Der Klassenunterschied war aus Sicht von Liverpool sehr beunruhigend.“ Carragher nahm dabei nicht nur den früheren Frankfurter Hugo Ekitike, sondern auch die teuren Offensiv-Neuzugänge Florian Wirtz und Alexander Isak mit harten Worten ins Visier.
„Ich schließe auch Wirtz und Isak ein, in dem was ich sage: Als Topspieler und Offensiv-Ass bei Liverpool musst du arrogant mit Ball sein und teamdienlich ohne – teamdienlich ohne Ball sind sie alle nicht genug und darum ist es einfach, gegen Liverpool zu spielen.“
In Bezug auf den 125 Millionen Pfund teuren Nationalspieler Wirtz wurde Carragher noch deutlicher: „Wirtz muss mehr tun, furchtbar viel mehr. Er hat 125 Millionen Pfund gekostet und das Beste, was man gerade über ihn sagen kann ist: Er spielt ganz ordentlich.“
Slot räumt Probleme ein
Der angeschlagene Trainer Arne Slot gab bei TNT Sports zu: „Wenn man sich das gesamte Spiel anschaut, hatten wir meiner Meinung nach Glück, dass wir nur mit 0:2 verloren haben. Das erste Tor war ein herber Schlag.“ Auch Ex-Rangers-Stürmer Ally McCoist befand: „Für Liverpool hätte es noch schlimmer kommen können.“ Tatsächlich hatte PSG zahlreiche Chancen ausgelassen und aus 18 Torschüssen lediglich zwei Tore erzielt. Zudem wurde ein strittiger Elfmeterpfiff nach VAR-Eingriff zurückgenommen.
System-Umstellung funktioniert nicht
Ganz anders sieht es bei den Reds aus. Nicht nur droht die Mannschaft die letzte Titelchance zu verspielen, auch der Negativtrend setzt sich fort. Liverpool hat erstmals seit April 2012 wieder vier Auswärtsspiele in Serie verloren. Die erhoffte Reaktion nach dem krachenden 0:4 im FA Cup bei Manchester City blieb aus.
Dabei hatte Slot das System extra umgestellt und eine Fünferkette aufgeboten. Paul Robinson kritisierte: „Sie waren vom Anpfiff an sehr unterwürfig. Sie kamen hierher und gaben zu, dass sie als Mannschaft nicht so gut waren wie PSG. Liverpool wirkte in diesem System nicht geschlossen, und sobald man auf eine Fünferkette umstellt, riecht das nach Unterwürfigkeit.“
Selbstvertrauen am Tiefpunkt
Der ehemalige Reds-Verteidiger Stephen Warnock sagte: „Es scheint, als befinde sich das Selbstvertrauen von Liverpool am absoluten Tiefpunkt.“ Dabei spielte er auf das denkwürdige Comeback von 2019 gegen den FC Barcelona an, als Liverpool nach einer 0:3-Hinspielniederlage das Rückspiel mit 4:0 gewann: „Im Moment scheint es, als sei man meilenweit davon entfernt, so etwas noch einmal zu schaffen.“
Die Situation beim FC Liverpool bleibt somit angespannt. Nach der deutlichen Niederlage in Paris und der vernichtenden Kritik von Expertenseite steht das Team vor einer gewaltigen Herausforderung im Rückspiel. Ob Florian Wirtz und seine Mitspieler die Wende schaffen können, bleibt fraglich.



