Ungewöhnliche Torwart-Sperre: KSC muss ohne Stammkeeper Bernat gegen Dynamo antreten
Eine außergewöhnliche Situation im deutschen Profifußball: Hans Christian Bernat, die unumstrittene Nummer eins beim Karlsruher SC, wird am Sonntag beim Heimspiel gegen Dynamo Dresden nicht zwischen den Pfosten stehen. Der 25-jährige Däne muss eine Gelb-Sperre absitzen - eine Kuriosität für einen Torwart in der 2. Bundesliga.
Fünf gelbe Karten: Bernats emotionale Art wird zum Verhängnis
Beim letzten Auswärtsspiel in Magdeburg sah Bernat bereits die fünfte gelbe Karte dieser Saison, diesmal wegen Zeitspiels. Zuvor wurde der Torhüter unter anderem für Foulspiel, einen zu weit nach vorn verlegten Freistoß und Beteiligung an einer Rudelbildung verwarnt. Bernat hat in dieser Spielzeit bisher kein einziges Spiel verpasst, doch nun trifft ihn diese ungewöhnliche Sperre besonders hart.
Der Namensvetter des berühmten dänischen Schriftstellers Hans Christian Andersen lebt den Begriff „Danish Dynamite“ wortwörtlich aus - seine emotionale Spielweise wird ihm nun zum Verhängnis. Statt auf dem Platz muss er seine Leidenschaft am Sonntag von der Tribüne aus leben.
Ersatzmann Himmelmann: Comeback nach fast zwei Jahren Pause
Für Bernat springt der 37-jährige Robin Himmelmann ein, der seit Jahren klaglos die Position der Nummer zwei akzeptiert. Es wird sein erstes Pflichtspiel im KSC-Dress und überhaupt sein erster Einsatz seit knapp zwei Jahren. Himmelmann bringt jedoch reichlich Erfahrung mit: 181 Zweitliga-Spiele stehen in seiner Vita, die meisten davon für St. Pauli, aber auch bei Holstein Kiel und dem 1. FC Kaiserslautern stand er bereits zwischen den Pfosten.
KSC-Trainer Christian Eichner zeigt sich gelassen: „Ich bin da tiefenentspannt, denn Robin bringt viel Erfahrung mit. Und er hat es sich durch sein Verhalten auf und neben dem Spielfeld verdient, in einem wichtigen Spiel dabei zu sein.“
Dynamo Dresden bereitet sich auf schwere Aufgabe vor
Bei Dynamo Dresden war der Torwart-Wechsel zunächst kein großes Thema. Stürmer Christoph Daferner gab zu: „Ehrlich gesagt wusste ich das noch gar nicht. Bis jetzt ist das kein Thema. Wenn, dann am Spieltag, wenn wir explizit eine Vorstellung der gegnerischen Spieler bekommen.“
Innenverteidiger Julian Pauli glaubt nicht an einen Nachteil für die Karlsruher: „Für die Vorderleute macht das nicht wirklich einen Unterschied, die Absprachen werden durch das Training gut funktionieren.“
Dennoch erwartet Dynamo eine schwere Aufgabe. Daferner analysiert: „Der KSC hat zuletzt zweimal gewonnen, ist wieder in der Spur. Gegen Karlsruhe zu spielen, ist immer ekelig. Sie haben eine gute, eingespielte Mannschaft, stehen im gesicherten Mittelfeld.“
Im Hinspiel teilten sich beide Teams die Punkte beim 3:3. Trotz der jüngsten positiven Entwicklung bei Dynamo bleibt die Partie im neugebauten Wildparkstadion eine Herausforderung. Daferner bleibt dennoch optimistisch: „Für uns ist wieder alles möglich.“ Und so könnte auch Ersatztorwart Himmelmann am Sonntag den ein oder anderen Ball aus seinem Kasten holen müssen.



