Ein georgischer Fußballspieler hat am Dienstagabend nicht nur ein ganzes Stadion in die Psychiatrie geschickt, sondern auch die französische Presse in Verzückung versetzt. Die Parallele zu einem deutschen Basketballer liegt nahe.
Ein historischer Abend in Paris
Nach diesem spektakulären Champions-League-Abend zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Bayern München wirkt es fast unfair, einen einzelnen Offensivspieler herauszupicken. Dennoch kann festgehalten werden: Ohne die famose Einzelleistung von Khvicha Kvaratskhelia in der 24. Minute wäre dieser Wahnsinn vielleicht nie passiert. Der Georgier, liebevoll Kvaradona genannt, überragte auch danach, stellte Vereinsrekorde auf und verzückte die nationale Presse.
Die Parole von Dennis Schröder
Ice in his Veins – diese Jubelgeste ist Basketball-Fans in Deutschland wohlbekannt. Dennis Schröder, Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, feiert damit in der NBA und im DBB-Team nach erfolgreichen Dreiern. In Paris wird diese Geste mit einem anderen Namen verbunden: Khvicha Kvaratskhelia. Als er nach einem starken Zuspiel von Désiré Doué auf dem linken Flügel den bemitleidenswerten Josip Stanisic versetzte und seinen perfekt platzierten Abschluss neben den Pfosten in die Maschen setzte, war es wieder so weit. Mit energischem Gesichtsausdruck feierte der Georgier zusammen mit Achraf Hakimi den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich.
Logik und Statistik getrotzt
Es war aus PSG-Sicht die Initialzündung an einem Abend, der ein ganzes Stadion in die Psychiatrie schickte, wie Le Parisien schrieb. Im Mittelpunkt stand zweifellos Kvaradona. Die französische Zeitung beschrieb: Im Herzen des Pariser Angriffs im Dieselmodus war der Georgier der größte Trumpf, der den Wecker läutete, Bayern unter Druck setzte und erneut Logik und Statistik trotzte. Mit seinem zweiten Treffer zum 4:2 erzielte er sein zehntes Tor in diesem Wettbewerb und stellte damit den Vereinsrekord für die meisten Champions-League-Tore in einer Saison ein. Nur Zlatan Ibrahimovic gelang bisher eine zweistellige Trefferanzahl für PSG (2013-2014).
Die Zahl 10 begleitet den Georgier
Der Treffer zum Doppelpack war nicht nur sein zehnter Torerfolg in dieser Königsklassensaison, sondern auch der zehnte Streich für die Pariser in einer K.o.-Phase der Champions League. Dies gelang ihm, obwohl er erst seit Januar 2025 für PSG spielt. Damit reihte er sich hinter Kylian Mbappé (14) und Ousmane Dembélé (11) ein. Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel sagte Kvaratskhelia: Ich fühle mich gut, ich bin in guter körperlicher Verfassung. Das ist dem Kollektiv zu verdanken. Wir leisten gemeinsam großartige Dinge, und ich bin froh, Teil dieses Teams zu sein.
Krieger, Anführer und Vorbild
Dabei hätte sein Abend früher enden können: Bereits nach 39 Minuten griff sich Kvara an den hinteren Oberschenkel und deutete eine Blessur an. Doch er blieb auf dem Feld. L'Équipe schwärmte: Er verbrachte den Abend mit der Haltung eines Kriegers, ein Anführer durch Vorbild, was viel mehr sagt als alle Worte: Zähle nicht darauf, dass er aufgibt, niemals. Bemerkenswert ist auch, dass der Georgier in den vergangenen Wochen noch Zielscheibe der französischen Presse war, die seine Arbeits- und Zweikampfeinstellung in Ligaspielen kritisierte. Der Vorwurf: Kvaratskhelia würde nur in Champions-League-Partien sein letztes Hemd geben. An diesem denkwürdigen Dienstagabend tat er das eindrucksvoll.



