Kwasniok erklärt El Malas Joker-Einsatz: „Wäre mir weggebrochen“
Die Personalie Said El Mala sorgt beim 1. FC Köln weiterhin für hitzige Diskussionen. Beim 0:2 in Augsburg saß der 19-jährige Superstar erneut auf der Bank und wurde erst in der 66. Minute eingewechselt. Sein spätes Debüt verpuffte wirkungslos. Trainer Lukas Kwasniok hatte bereits vor dem Spiel klargestellt: „Ihn laufen zu lassen wäre hirnrissig gewesen.“ Nach der Partie erläuterte der 44-Jährige detailliert, warum er seinen teuersten Spieler so lange schmoren ließ.
Taktische Entscheidung oder Schutzmaßnahme?
Entgegen vieler Spekulationen war es keine taktische Überlegung, die El Mala auf die Bank verbannte. Kwasniok erklärte: „Grundsätzlich ist es so: Als ich mit dem Jungen angefangen habe zu arbeiten, habe ich gesagt, dass ich mich um ihn kümmern werde. Und wenn ich ihn von Beginn an hätte spielen lassen oder auch 45 Minuten – dann wäre er mir weggebrochen. Dann wäre ich nicht mehr glücklich geworden.“
Der Hintergrund: El Mala hatte in der Trainingswoche vor dem Spiel mit Oberschenkelproblemen zu kämpfen und musste das Mannschaftstraining abbrechen. „Er hat keinen einzigen Sprint ziehen können in dieser Woche. Da war eine halbe Stunde Spielzeit das, was ich vertreten konnte“, so der Köln-Trainer. Kwasniok betonte, dass die späte Einwechslung ausschließlich dem Schutz des jungen Spielers diente und nicht etwa einer taktischen Idee entsprang.
Verletzungsmisere zwingt Köln zur Vorsicht
Die Situation wird durch die aktuelle Verletzungsmisere beim FC Köln verschärft. Kwasniok äußerte sich besorgt: „Wir haben aktuell viele Muskelverletzungen. Da bin ich als Trainer noch sensibler. Wenn mir dann noch mehr Spieler wegbrechen, muss ich in den sauren Apfel beißen und Spieler rausnehmen.“
Dabei hätten El Malas Qualitäten dem Team in Augsburg dringend gefehlt. Der 19-Jährige hatte zuletzt beim 2:2 gegen Hoffenheim überzeugt – mit einem Tor und einer Vorlage. Ohne seinen Wunderjungen, der bereits 8 Tore und 4 Vorlagen in dieser Saison beisteuerte, wirkte der FC Köln offensiv harmlos. Mittelfeldspieler Tom Krauß analysierte selbstkritisch: „Wir waren sehr statisch, haben wenig mit dem Ball kreieren können, außer vielleicht durch einen langen Ball. Das müssen wir uns ankreiden, vor allem offensiv.“
Die Entscheidung, El Mala trotz seiner Bedeutung für die Offensive nur als Joker einzusetzen, unterstreicht die schwierige Balance zwischen kurzfristigem Erfolgsdruck und langfristiger Spielerentwicklung. Kwasniok zeigt sich dabei als Trainer, der die physische Integrität seiner Schützlinge über kurzfristige taktische Vorteile stellt – auch wenn diese Haltung in der Öffentlichkeit nicht immer auf Verständnis stößt.



