Kwasniok will Trainerposten beim 1. FC Köln mit aller Kraft verteidigen
Die alarmierenden Aussagen von Sportchef Thomas Kessler haben Lukas Kwasniok zu einem leidenschaftlichen Plädoyer für seinen stark gefährdeten Arbeitsplatz beim 1. FC Köln veranlasst. „Ich werde um diesen verdammten Job hier kämpfen, mit allem, was ich habe“, erklärte der 44-jährige Trainer nach dem 3:3 im rheinischen Derby gegen Borussia Mönchengladbach. „Weil ich absolut der Überzeugung bin: Ich bin der richtige Mann am richtigen Ort mit der richtigen Mannschaft im richtigen Verein.“
Sportchef Kessler vermeidet klares Bekenntnis zum Coach
Die entscheidende Frage bleibt jedoch, ob die Verantwortlichen des stark abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten diese Einschätzung teilen. Thomas Kesslers jüngste Äußerungen nähren daran erhebliche Zweifel. Der Kölner Sportchef vermied ein eindeutiges Bekenntnis zum Trainer und sprach stattdessen von notwendigen Anpassungen. „Klar ist, dass du irgendwelche Stellschrauben drehen musst, damit du auch in der Lage bist, mal wieder ein Fußballspiel zu gewinnen“, sagte Kessler. „Heute wurde hier viel geboten, nur leider keine drei Punkte für den 1. FC Köln. Deswegen werden wir jetzt in aller Ruhe und sehr rational über die Themen sprechen und ergebnisoffen über viele Dinge diskutieren.“
Der von Zweitligist SC Paderborn gekommene Kwasniok hatte die Kölner vor dieser Saison übernommen. Trotz Kesslers ambivalenter Aussagen betonte der Trainer, er spüre die Rückendeckung der Verantwortlichen „zu einhundert Prozent“. Unterstützung erhielt Kwasniok zudem von einem Führungsspieler des Teams.
Spieler Martel verteidigt Trainer und Teamleistung
Eric Martel, der mit seinem Tor zum 3:3 für den Schlusspunkt im packenden Derby gesorgt und dem FC einen wichtigen Punkt gerettet hatte, äußerte sich deutlich: „Ich sehe, wie wir trainieren. Das ist echt gut. Da reißt sich jeder den Arsch auf“, sagte der Mittelfeldspieler. „Ich sehe, wie wir spielen. Das ist eigentlich auch echt gut, von den Leistungen, muss man sagen. Was uns fehlt, sind leider die Ergebnisse. Die fahren wir nicht ein.“ Diese fehlenden Erfolge könnten Kwasniok jedoch letztlich zum Verhängnis werden.
Thomas Kessler betonte, der eine Punkt gegen Mönchengladbach sei zu wenig gewesen. Zwar müsse er der Mannschaft ein Kompliment machen, nach dem 0:1-Rückstand in der ersten Minute stark zurückgekommen zu sein. „Aber das begleitet uns durch die ganze Saison. Wir sind in einer Zeit angekommen, wo wir mal wieder einen Dreier holen müssen“, so der Sportchef.
Lange Sieglos-Serie und wachsender Abstiegsdruck
In der Bundesliga-Tabelle sind die Kölner nach dem siebten sieglosen Spiel in Serie immer weiter abgerutscht. „Wir wissen, dass es brenzlig ist. Da müssen wir sehr, sehr wachsam sein“, räumte Kessler ein. „Die Verantwortung ist, dass wir alles dafür tun wollen, in der Bundesliga zu bleiben.“
Lukas Kwasniok ist nach eigenen Angaben fest davon überzeugt, dass der Klassenerhalt mit ihm als Trainer gelingen wird. Seine Mannschaft rufe ihr Leistungsvermögen ab und werde es am Ende schaffen. „Was können Sie von Menschen mehr erwarten, als am Limit zu agieren? Und das tun sie“, sagte er mit Blick auf die Einsatzbereitschaft seines Teams.
Der Trainer, der im traditionell aufgeregten Kölner Umfeld auch schon kritisch bewertet wurde, als es noch deutlich besser lief, bleibt bei seiner Position: „Das Aller-, Allerwichtigste, wenn du einen Trainer hast in einem Verein, ist die Überzeugung von dem Kollegen, der vor der Mannschaft steht. Ich kann nur sagen: Du musst erstmal einen finden, der mehr Überzeugung in sich trägt.“



