Trotz acht Punkten Rückstand: Lautern-Coach Lieberknecht hält am Aufstiegstraum fest
Die Situation beim FC Kaiserslautern ist nach der 1:2-Niederlage gegen Paderborn angespannt. Der Verein ist auf den sechsten Tabellenplatz abgerutscht und hat mittlerweile satte acht Punkte Rückstand auf den dritten Platz, der zur Relegation berechtigt. Für viele Anhänger scheint der Aufstiegszug bereits abgefahren zu sein. Doch Trainer Torsten Lieberknecht (52) macht vor dem schwierigen Auswärtsspiel beim VfL Bochum ein überraschendes Geständnis und bleibt trotz der widrigen Umstände optimistisch.
Lieberknecht setzt bewusst hohe Messlatte
Dass beim FCK überhaupt von einem möglichen Bundesliga-Aufstieg gesprochen wurde, geht maßgeblich auf den Trainer selbst zurück. Der ehemalige Darmstadt-Coach gibt nun offen zu, dass er die Erwartungen absichtlich hoch angesetzt hat. „Das Thema Aufstieg ist von mir vor der Saison angesprochen worden, es ist mein Traum, das den Leuten hier zu schenken. Ich bin da nie auf Understatement gefahren“, erklärt Lieberknecht in einem klaren Bekenntnis zu seinen ambitionierten Zielen.
Er ergänzt: „Wenn man in der Situation ist, dass man nicht mehr in Reichweite ist, dann war ich da vielleicht sehr offensiv mit meiner Mannschaft. Aber ich behalte es, weil es mein Traum ist. Ob es dann dieses oder erst nächstes Jahr ist, lasse ich mal offen.“ Der Trainer positioniert sich bewusst als Blitzableiter, um sein Team aus der Schusslinie der Kritik zu nehmen und die Verantwortung für die hohen Erwartungen zu übernehmen.
Klare Ansage an die Kritiker
Lieberknecht richtet eine deutliche Botschaft an alle Zweifler: „Fakt ist: Die Herausforderung Bochum ist groß genug. Das Thema Aufstieg ist mein Thema, und weniger das des Vereins oder der Mannschaft. Also wenn, dann könnt ihr mich damit ‚belästigen‘“. Mit dieser Aussage entlastet er nicht nur seine Spieler, sondern unterstreicht auch seine persönliche Verbundenheit mit dem Aufstiegsprojekt.
Rückkehrer Ritter als Hoffnungsträger
Ganz aufgegeben hat Torsten Lieberknecht den Traum vom Aufstieg dennoch nicht. Ein wichtiger Hoffnungsträger für die angestrebte Wende ist Marlon Ritter, der pünktlich zum Krisengipfel nach seiner Gelbsperre zurückkehrt. Für den Trainer ist der Kapitän ein entscheidender Baustein, um die sportliche Kurve doch noch zu kriegen.
Lieberknecht schwärmt: „Ich bin immer froh, wenn Marlon dabei ist. Er zeigt seinen Wert. Es ist so: Die Spieler haben ein gutes Gefühl, wenn Marlon mit drauf ist. Er ist ein Unterschiedsspieler.“ Auch wenn Ritter zuletzt gelegentlich auf der Bank saß, betont der Trainer das intakte Verhältnis: „Ihr wisst, ich bin ein großer Fan von ihm, auch wenn er ab und zu mal auf der Bank sitzen musste. Ich halte große Stücke auf ihn und bin froh, dass er wieder da ist und als Kapitän die Mannschaft anführt.“
Die Rückkehr des erfahrenen Spielers könnte genau zum richtigen Zeitpunkt kommen, um dem FC Kaiserslautern neuen Schwung zu verleihen und den schwierigen Weg in Richtung der Aufstiegsplätze doch noch zu ebnen.



