Leipzig setzt mit 5:0-Kantersieg gegen Hoffenheim deutliches Ausrufezeichen im Europapokal-Rennen
Leipzig setzt mit 5:0-Sieg Ausrufezeichen im Europapokal-Rennen

Tor-Gala in Leipzig: RB setzt mit klarem 5:0-Sieg deutliches Ausrufezeichen

Für die Analyse des beeindruckenden Leipziger Tor-Spektakels gegen die TSG Hoffenheim war die Kenntnis der Grundrechenarten von besonderem Vorteil. Doppel-Torschütze Christoph Baumgartner machte sich jedenfalls einen Spaß daraus, die gängige Fußball-Redensart eines Sechs-Punkte-Spiels mit einem Anflug von Ironie zu toppen.

Baumgartners Rechenkunst: Sieben Punkte auf einen Schlag

Sogar sieben Punkte habe man durch das klare 5:0 gegen den direkten Rivalen um ein begehrtes Königsklassen-Ticket aus dem Kraichgau geholt, rechnete der Österreicher gleich nach der Freitagabend-Gala vor. Drei Punkte für den Sieg, weitere drei, weil Hoffenheim leer ausging und quasi noch einen Extra-Punkt, weil man durch den Fünferpack nun auch bei der Tordifferenz vorne liegt, erklärte Baumgartner den anwesenden Reportern.

„Sechs-Punkte-Spiel, jetzt kannst du sogar schreiben Sieben-Punkte-Spiel, ist schön für euch“, amüsierte sich der Torschütze weiter. Und fügte zufrieden an: „5:0 ist schon ein Ausrufezeichen.“ Die Erleichterung war natürlich darin begründet, dass das Toreschießen den Leipzigern in den vergangenen Wochen immer wieder unerklärliche Schwierigkeiten bereitet hatte.

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Werner bleibt trotz Erfolg realistisch

Man habe „die Effektivität gezeigt, die uns in vielen Spielen zuletzt ein Stück weit gefehlt hat“, konstatierte Trainer Ole Werner. Der RB-Coach blickte natürlich auf die große Champions-League-Thematik, wollte aber keinen Überschwang aufkommen lassen.

„Es ist ein super enges Rennen, das haben wir jetzt schon oft betont und sagen es seit vielen Wochen, eigentlich seit Monaten, und ich gehe auch nicht davon aus, dass sich das jetzt im letzten Drittel der Saison irgendwo ändert“, meinte Werner mit Blick auf die Konkurrenz.

Hauchdünn vorn im Europapokal-Rennen

Der VfB Stuttgart, Hoffenheim, Leipzig und Bayer Leverkusen liegen weiter dicht an dicht um vermutlich nur zwei Plätze im mit Abstand wichtigsten Europacup. „Einen Zentimeter“ sei man nun vorne, meinte Werner mit Bezug auf die von Baumgartner schon thematisierte Tordifferenz. Das Leistungsvermögen aller Mannschaften sieht Werner „sehr eng beisammen“.

Werner hat seinen eigenen Plan, wie er RB wieder ins internationale Geschäft führen kann: „Am Ende wirst du auf den Plätzen stehen, die du haben möchtest, wenn du dich wirklich auf dich selbst konzentrierst, wenn du es auch schaffst, in diesem letzten Drittel, wo Druck dazu kommt, wo sich Dinge entscheiden, den Fokus auf Entwicklung zu legen“, sagte der 37-Jährige.

Gruda mit Bekenntnis zu Leipzig

Neben Baumgartner, der mit zwölf Treffern nun RB-Toptorschütze dieser Spielzeit ist, förderten zwei weitere Profis mit ihren Toren und ihren persönlichen Storys größeren Optimismus. Brajan Gruda zeigte sein bisher bestes Spiel im RB-Trikot mit zwei Toren und einer Vorlage.

Dann folgte noch ein bemerkenswertes Bekenntnis: Der Leihspieler von Brighton & Hove Albion würde sich wünschen, auch nach Ende der Leihe im Sommer in Sachsen bleiben zu können. „Ich bin hierhergekommen, weil es ein geiler Verein ist. Ich habe hier Spaß beim Fußballspielen, im Training habe ich Bock und die Jungs sind top. Eine geile Mannschaft, geiler Verein und es macht einfach Spaß“, sagte der U21-Nationalspieler.

Werner lobt Gruda und feiert Henrichs-Comeback

Werner wollte natürlich nicht der Kaderplanung vorgreifen, die gegenseitige Wertschätzung ist aber offenkundig. „Gruda sei ein Spieler, der einfach in die Kabine passt. Und man sieht einfach, was das für ein feiner Fußballer ist, der versteht das Spiel, kann mehrere Positionen spielen“, sagte der Trainer.

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Besonders emotional war das Comeback von Benjamin Henrichs. Der Rechtsverteidiger sorgte mit seinem ersten Tor nach der langen Verletzungspause wegen eines Achillessehnenrisses für den bewegenden Schluss- und Höhepunkt gegen Hoffenheim. „Was das bedeutet, hat man, glaube ich, an seinem Jubel gesehen und auch an dem Jubel der Mannschaft und des Stadions. Jeder weiß, was Benny für einen Weg hinter sich gebracht hat in den letzten Monaten. Jetzt ist er wieder mit dabei“, sagte Werner sichtlich gerührt.