Frust nach spätem Ausgleich: RB Leipzig verpasst Champions-League-Schritt
Nach dem enttäuschenden 2:2 gegen Borussia Dortmund herrschte bei RB Leipzig blanker Frust. Der späte Ausgleich durch den eingewechselten Silva in der fünften Minute der Nachspielzeit fühlte sich für die Sachsen wie eine Niederlage an. Damit verpasste der Klub wichtige Punkte im Kampf um die begehrte Champions-League-Qualifikation.
Trainer Werner kritisiert fehlende Impulse von der Bank
RB-Trainer Ole Werner saß mit versteinerter Miene auf der Pressekonferenz. Selbst das Kompliment von BVB-Coach Niko Kovac („Ole macht einen Super-Job!“) konnte ihn nicht aufmuntern. Bereits bei Sky hatte Werner deutliche Worte gefunden: „Wir haben es in den letzten zehn Minuten nicht geschafft, klare Entscheidungen zu treffen. Dortmund hat dann einfach von der Bank nochmal Qualität gebracht, dem Spiel nochmal eine andere Richtung verliehen.“
Der Trainer kritisierte konkret seine eigenen Einwechslungen ab der 65. Minute: Nusa für Schlager, Banzuzi für Gruda, Harder für Romulo, Henrichs für Baku und Finkgräfe für Diomande. „Wir haben es heute nicht geschafft, mit unseren Einwechslungen diesen Impuls zu setzen“, so der 37-Jährige.
Baumgartner-Doppelpack reicht nicht – Eigentor leitet Wende ein
Nach einer starken ersten Halbzeit mit zwei Treffern von Christoph Baumgartner (20./40.) schien Leipzig auf dem Weg zum wichtigen Dreier. Doch nach der Pause drehte sich das Spiel. Ein Eigentor von Romulo (50.) brachte Dortmund zurück ins Spiel. RB wurde zunehmend passiver, der Ausgleich lag lange in der Luft, bevor Silva ihn in der Nachspielzeit vollendete.
Christoph Baumgartner zeigte sich nach dem Spiel ebenfalls enttäuscht: „In der Meistersaison von Leverkusen haben sie, ich weiß nicht, wie viele Spiele in der letzten Minute für sich entschieden. Das ist einfach ein Gefühl, das du entwickelst, ein Selbstverständnis.“ Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Leipzig hat bereits 18 Punkte nach Führungen abgegeben.
Kapitän Raum fordert mehr Teamgeist und Ego-Verzicht
Kapitän David Raum war nach dem Spiel besonders deutlich: „Ich bin schwer enttäuscht, richtig wütend und sauer, wie wir das Spiel wieder herschenken. Das ist einfach zu wenig. Es ist ja nicht das erste Mal.“ Der 27-Jährige forderte mehr Härte und Teamorientierung: „Wir müssen da mehr Drecksack sein, wir müssen unser Ego hinten anstellen. Jeder muss sich in den Dienst der Mannschaft stellen.“
Raum mahnte eindringlich: „Wenn wir so wie heute am Ende spielen, sind unsere Ziele gefährdet.“ Und an oberster Stelle dieser Ziele steht eindeutig die Qualifikation für die Champions League. Das Remis gegen Dortmund, das sich für Leipzig wie eine Pleite anfühlt, hat den vierten Platz und damit einen weiteren Schritt Richtung Königsklasse verpasst.
Leipzig droht in der Bedeutungslosigkeit zu versinken
Erschreckend für den stolzen und ambitionierten Red-Bull-Klub ist die Tatsache, dass Leipzig erneut keinen „Großen“ geschlagen und damit kein Statement gesetzt hat. Der Klub droht, in der Bedeutungslosigkeit zu versinken – ein alarmierender Zustand für einen Verein mit solchen Ambitionen.
Die Mannschaft muss nun dringend aus dieser Negativspirale ausbrechen. Die Kritik von Trainer und Kapitän zeigt, dass interne Prozesse hinterfragt werden müssen. Vor allem die mentale Stärke in entscheidenden Spielphasen und der richtige Einsatz von Bank-Spielern werden in den kommenden Trainingseinheiten im Fokus stehen.



