Hertha-Trainer Stefan Leitl stellt klare Prioritäten: Keine Geschenke für Talente
Der Trainer von Hertha BSC, Stefan Leitl (48), hat nach dem gesicherten Aufstieg nun ein neues Ziel vor Augen: den sechsten Platz in der Tabelle zu verteidigen. Vor dem anstehenden Spiel in Düsseldorf am Sonntag (13.30 Uhr, Sky) machte Leitl unmissverständlich klar, dass es keine Rotation zugunsten junger Talente geben wird. „Die Tür zum Aufstieg ist zu, jetzt geht es um den Leistungsfußball“, sagte der Trainer in einer Pressekonferenz.
Leitl: Einsatzzeiten müssen verdient werden
„Nein, es wird keine Rotation geben. Wir sind im Leistungsfußball unterwegs und müssen die bestmögliche Platzierung erreichen“, betonte Leitl. Diese Position ist nicht nur sportlich motiviert, sondern auch finanziell relevant, da tabellenabhängige TV-Prämien auf dem Spiel stehen. Der Trainer richtete eine deutliche Botschaft an die Akademiespieler: „Wir werden keine Geschenke verteilen. Einsatzzeiten musst du dir verdienen. Die jungen Spieler können sich alle zeigen, und wenn wir der Meinung sind, jemand ist bereit, wird er seine Chance bekommen.“
Aktuell sieht es nicht danach aus, dass weitere Talente in den Spieltagskader rutschen. Leitl äußerte sich kritisch zur Ausbildungsarbeit im Nachwuchsbereich. Beim Profi-Training sind derzeit meist Janne Berner, Tim Goller, Selim Telib und Elias Decker involviert, was die begrenzten Möglichkeiten für junge Spieler unterstreicht.
Freude über Vertragsverlängerung von Pascal Klemens
Eine positive Nachricht gab es hingegen mit der Vertragsverlängerung von Pascal Klemens (21). Leitl zeigte sich erfreut: „Passi hat sich klar zu Hertha bekannt. Die Gespräche mit seinem neuen Management waren positiv. Ich bin froh, dass er sich für Hertha entschieden hat.“ Allerdings mahnte der Trainer zur Geduld: „Jetzt muss er wieder in den Rhythmus kommen und zu alter Stärke finden. Ob er wieder im Kader steht, entscheiden wir nach der letzten Trainingseinheit am Samstag.“
Verletzungssorgen bei Jay Brooks
Schlechte Nachrichten gibt es dagegen für Jay Brooks, der in Düsseldorf fehlen wird. Der Spieler hat sich im Donnerstags-Training am Oberschenkel verletzt. Leitl kommentierte besorgt: „Die Diagnose steht noch aus. Sehr bitter für Jay. Ich hoffe, das Ganze ist nicht so schlimm.“ Diese Verletzung könnte die taktischen Optionen des Teams beeinträchtigen.
Für das Spiel in Düsseldorf plant Hertha mit folgender Aufstellung: Ernst - Zeefuik, Dardai, Gechter, Karbownik - Seguin, Sessa, Dudziak, Reese, Brekalo, Kownacki. Diese Formation unterstreicht Leitls Fokus auf erfahrene Spieler, um das Ziel der Platzierungssicherung zu erreichen.
Insgesamt zeigt Leitls Haltung eine klare Priorisierung des kurzfristigen Erfolgs über die Förderung von Nachwuchstalenten, was in der Fußballwelt kontrovers diskutiert werden könnte, aber im Kontext des Leistungsdrucks der Bundesliga nachvollziehbar ist.



