Champions League: Leverkusens tragischer Held Blaswich scheitert trotz Monsterparaden
Bayer 04 Leverkusen hat sich nach einer verdienten 0:2-Niederlage im Achtelfinal-Rückspiel der UEFA Champions League gegen den FC Arsenal aus der Königsklasse verabschieden müssen. Trotz einer überragenden Leistung von Torwart Janis Blaswich, der ein regelrechtes Torfestival der Londoner verhinderte, fehlte der Werkself die nötige Torgefahr, um das Duell noch zu drehen.
Blaswich wächst über sich hinaus und wird zum tragischen Helden
Janis Blaswich entwickelte sich in der ersten Halbzeit zum unüberwindbaren Bollwerk im Leverkusener Tor. Der Keeper zeigte eine Serie atemberaubender Paraden: In der 16. Minute fischte er einen Schuss von Leandro Trossard aus dem Winkel, nur sieben Minuten später faustete er einen direkten Freistoß von Declan Rice aus der Gefahrenzone. Gegen Bukayo Saka (28.) und erneut gegen Trossard (29.) begeisterte er mit blitzschnellen Reflexen – letztere Aktion wurde zur Monsterparade des Abends.
„Ohne ihn wäre die Partie schon deutlich früher entschieden gewesen“, lautete das einhellige Urteil. Doch trotz seiner Heldentaten musste Blaswich zweimal hinter sich greifen: Beim Sonntagsschuss von Eberechi Eze (36.) und beim Distanzschuss von Rice (63.) war er chancenlos. Seine SPORT1-Note von 1,5 unterstrich die individuelle Glanzleistung, die jedoch im kollektiven Scheitern unterging.
Leverkusens Defensive zeigt Risse
Während Blaswich überragte, zeigte die Leverkusener Abwehr deutliche Schwächen. Jarell Quansah leistete sich unnötige Fehler im Spielaufbau, sein Handspiel führte zu einem gefährlichen Freistoß. Edmond Tapsoba bewahrte zwar Ruhe im Aufbauspiel, doch bei der Führung der Gunners hätte er einen Schritt schneller aus der Kette rücken müssen.
Im Mittelfeld wurde Bayer Leverkusen von der Wucht der Arsenal-Offensive regelrecht überrannt. Exequiel Palacios und Aleix Garcia fanden lange keine Antwort auf die Dominanz der Londoner. Garcia zeigte in den beiden Halbzeiten zwei völlig unterschiedliche Gesichter – anfangs fahrig und mit Ballverlusten, später wieder verlässlicher.
Offensive bleibt blass und ohne Torgefahr
Die größte Enttäuschung bot die Leverkusener Offensive. Mit nur zwei Torschüssen über weite Strecken fehlte der Werkself die nötige Gefährlichkeit. Martin Terrier tauchte nach vielversprechenden Anfangsminuten nahezu komplett ab und hatte bis zu seiner Auswechslung die wenigsten Ballkontakte aller Spieler.
Ibrahim Maza zeigte sich zwar umtriebig, blieb aber meist ohne Durchschlagskraft. Ernest Poku versuchte immer wieder, über die rechte Seite Druck zu machen, blieb jedoch weitestgehend blass. Einziger Lichtblick war Christian Kofane, der der Arsenal-Defensive alle Hände voll zu tun gab und die beste Bayer-Möglichkeit vorbereitete.
Einwechslungen bringen nicht den gewünschten Impuls
Trainer Kasper Hjulmand reagierte mit mehreren Wechseln, doch diese brachten nicht den erhofften Umschwung. Youngster Montrell Culbreath musste wenige Minuten nach seiner Einwechslung lernen, was es heißt, in der Champions League nur hinterherzulaufen – Rice zog davon und erhöhte auf 2:0.
Patrik Schick sollte in der Schlussphase noch alles versuchen, bekam jedoch kaum Ballkontakte und blieb ohne Torchance. Malik Tillman wurde nach einer Stunde für Terrier eingewechselt, blieb aber ebenfalls unauffällig und ohne den nötigen Biss in den entscheidenden Duellen.
Am Ende stand eine verdiente Niederlage, die das Champions-League-Aus für Bayer 04 Leverkusen besiegelte. Während der FC Arsenal ins Viertelfinale einzog, bleibt für die Werkself nur die Erkenntnis, dass selbst eine Glanzleistung des Torwarts nicht ausreicht, wenn die übrigen Mannschaftsteile nicht mithalten können.



