Abstiegskampf statt Aufstieg: Ljubicics überraschende Entscheidung für Fortuna
Im deutschen Fußball sorgt eine Transferentscheidung für Aufsehen: Marin Ljubicic (24) hat sich bewusst gegen den Aufstiegskandidaten Schalke 04 und für den Abstiegskampf bei Fortuna Düsseldorf entschieden. Der bis Saisonende geliehene Stürmer von Union Berlin erklärt im exklusiven Interview die Gründe für diese überraschende Wahl.
Überzeugung statt Perspektive
„Fortuna war überzeugter von mir“, begründet Ljubicic seine Entscheidung. Während Schalke als Herbstmeister und Aufstiegsfavorit galt, setzte Fortuna-Manager Sven Mislintat (53) alles auf den Kroaten. Mislintat, bekannt für seine Überzeugungskraft bei Neuzugängen, sprach intern und extern in höchsten Tönen von Ljubicic und bezeichnete ihn als „Soforthilfe“ für die Mannschaft.
Der Manager war so überzeugt von der Verpflichtung, dass er sogar ein Kostenpaket von einer halben Million Euro für den Deal durchsetzte. „Ich hatte hier definitiv ein besseres Gefühl“, erklärt Ljubicic die emotionale Komponente seiner Entscheidung.
Verletzung und verpasste Chancen
Bisher konnte der Stürmer diese Erwartungen noch nicht erfüllen. Nach einem Monat Verletzungspause und nur zwei Wochen Training hat Ljubicic bisher 44 Einsatzminuten für Fortuna absolviert – ohne Torerfolg. Gegen den 1. FC Nürnberg (1:0) verpasste er sogar zwei hundertprozentige Chancen.
„Man kann mir glauben, dass mir da niemand zusätzlich Druck machen muss, weil ich den ohnehin habe“, gesteht der Angreifer. Nach seinem unbefriedigenden Debüt gegen Bochum fühlte er sich gegen Nürnberg bereits besser – abgesehen von den vergebenen Torgelegenheiten.
Karriere am Scheideweg
Für Ljubicic steht in Düsseldorf viel auf dem Spiel. Nachdem er bei Union Berlin meist nur auf der Bank saß, muss er in der 2. Liga beweisen, dass seine Karriere wieder Fahrt aufnehmen kann. Ein weiterer Grund für die Fortuna-Wahl: mehr Spielpraxis.
Bei Schalke wäre nach der Verpflichtung von Superstar Edin Dzeko (39) ein Stammplatz im Sturm praktisch blockiert gewesen. In Düsseldorf hingegen könnte Ljubicic neben dem gesetzten Cedric Itten (29) Spielzeit erhalten. „Ich kann auch mit ihm spielen. Dafür brauche ich aber Minuten“, erklärt der Stürmer.
Der lange Weg zurück
Der Kroate betont jedoch, dass Fitness nicht von heute auf morgen kommt. „Man kann nicht nach ein paar Trainingseinheiten fit sein, ich brauche noch ein paar Spiele“, sagt Ljubicic, der Schritt für Schritt an seine Form heranarbeitet. Gegen Nürnberg zeigte er bereits Ansätze, ist aber noch nicht bereit für die Startelf.
Die Entscheidung zwischen Aufstiegschance bei Schalke und Abstiegskampf bei Fortuna bleibt dennoch bemerkenswert. Während die Königsblauen um den direkten Wiederaufstieg spielen, kämpft Fortuna Düsseldorf gegen den Abstieg. Ljubicic hat sich bewusst für Letzteres entschieden – aus Überzeugung und in der Hoffnung auf mehr Spielzeit.



