Europapokal-Fieber erfasst Mainz: Fischer und 05er vor historischem Spiel
In der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt herrscht Ausnahmezustimmung. Das Stadion von Mainz 05 ist für das entscheidende Conference-League-Rückspiel gegen Sigma Olmütz nahezu ausverkauft. Mit über 31.000 Zuschauern, darunter 950 Gästefans aus Tschechien, wird am Donnerstagabend eine elektrisierende Atmosphäre erwartet. Nach dem torlosen Remis im Hinspiel wollen die Rheinhessen daheim den Einzug ins Viertelfinale perfekt machen.
Fischers Mission: Geschichte schreiben
Trainer Urs Fischer, der seit seinem Amtsantritt eine spürbare Aufwärtsentwicklung bei Mainz 05 initiiert hat, ist von der besonderen Stimmung längst angesteckt. „Im Achtelfinale der Conference League spielst du nicht jedes Jahr, das wird ein Wahnsinnsspiel“, erklärt der 60-jährige Schweizer. Mit klaren Worten unterstreicht er die historische Dimension: „Wir können Geschichte schreiben!“ Die Mainzer waren international noch nie so weit gekommen wie in dieser Saison.
Fischer betont die erforderliche Leistung: „Wir brauchen gegen einen kompakten, aggressiven Gegner einen optimalen Auftritt, dann besteht die Möglichkeit, sich fürs Viertelfinale zu qualifizieren.“ Die Mannschaft geht mit großem Selbstvertrauen in die Begegnung, schließlich sind die 05er seit sechs Spielen in Bundesliga und Conference League ungeschlagen.
Rückenwind aus Bremen und maximale Überzeugung
Der deutliche 2:0-Auswärtssieg bei Werder Bremen am vergangenen Sonntag hat zusätzlichen Schwung für die Europapokal-Aufgabe gebracht. Torwart Daniel Batz (35) bestätigt: „Den Schwung von Bremen müssen wir mitnehmen und nun wieder auf den Platz kriegen.“ Der Schlussmann versichert, dass das Team „mit maximaler Überzeugung“ ins Spiel gehen wird.
Dennoch bleibt in Mainz der Fokus klar auf der unmittelbaren Aufgabe. Auf mögliche Viertelfinalgegner wie Racing Straßburg aus Frankreich oder HNK Rijeka aus Kroatien angesprochen, zeigt Batz sich bescheiden: „Jetzt kümmern wir uns erst mal um Olmütz, dann Sonntag um Frankfurt... – danach sehen wir weiter.“
Lektionen aus dem Hinspiel und personelle Herausforderungen
Fischer analysiert kritisch die Leistung im torlosen Hinspiel in Tschechien: „Im Hinspiel haben wir hinten wenig zugelassen, nach vorn war da aber die Bewegung ohne Ball nicht so, wie wir's uns wünschen, waren wir zu statisch.“ Der Trainer ist jedoch überzeugt, dass seine Spieler verstanden haben, was für einen Sieg notwendig ist.
Die personelle Situation bleibt angespannt. Weiterhin fehlen Stammkräfte wie Robin Zentner, Stefan Bell, Anthony Caci, Nadiem Amiri, Brajan Gruda, Jonathan Burkardt und Silas. Trotz dieser Ausfälle zeigt sich die Mannschaft entschlossen, den historischen Einzug ins Viertelfinale zu schaffen.
Die gesamte Stadt Mainz fiebert mit ihrem Verein. Sollte der Sieg gelingen, würden die 05er nicht nur sportlich einen Meilenstein setzen, sondern auch die europäische Fußballlandschaft nachhaltig beeindrucken. Die Gelegenheit ist einmalig, die Motivation entsprechend hoch.



