Mainz verpasst Eintracht Frankfurt einen herben Dämpfer im Europapokalrennen
Die Eintracht Frankfurt hat im Kampf um die internationalen Plätze einen empfindlichen Rückschlag erlitten. Beim Auswärtsspiel beim FSV Mainz 05 unterlag die SGE am Samstag mit 1:2 (1:1) und verpasste es damit, im Rennen um den Europapokal näher an den Tabellensechsten Bayer Leverkusen heranzurücken. Die Leverkusener hatten zuvor überraschend gegen den Tabellenletzten 1. FC Heidenheim nur ein 3:3 erreicht und damit Punkte liegen lassen.
Paul Nebel wird zum Spielverderber für seinen Vereinsflirt
Besonders pikant an der Niederlage Frankfurts: Ausgerechnet Paul Nebel, um den die Eintracht laut SPORT1-Informationen seit längerem buhlt, wurde mit einem Doppelpack (6./89.) zum Matchwinner für Mainz. Der 23-jährige Offensivspieler, der im Sommer möglicherweise selbst nach Frankfurt wechseln könnte, traf sowohl früh in der Partie als auch in der Schlussminute zum entscheidenden 2:1-Siegtreffer.
Die Mainzer fordern für den U21-Nationalspieler eine Ablösesumme von mindestens zwölf Millionen Euro. Jüngst hatte Nebel seinen Berater gewechselt und sich der Agentur Sports360 angeschlossen, die unter anderem auch Angelo Stiller und Tom Bischof betreut. Zu den Wechselgerüchten sagte Nebel selbst: „Dass ich meinen Berater gewechselt habe, könnt ihr interpretieren, wie ihr wollt. Das war meine Entscheidung und da will ich eigentlich nicht mehr zu sagen.“
Mainz schreibt weiter Geschichte
Der Sieg war für Mainz von enormer Bedeutung im Kampf um den Klassenerhalt. Nachdem der Verein erst vergangenen Donnerstag mit dem Einzug ins Conference-League-Viertelfinale Vereinsgeschichte geschrieben hatte, baute die Mannschaft mit dem Dreier gegen Frankfurt ihre Position in der Bundesliga weiter aus. Mit nun 30 Punkten beträgt der Vorsprung auf den ersten direkten Abstiegsplatz, den der VfL Wolfsburg innehat, bereits neun Zähler.
Sportdirektor Niko Bungert betonte bezüglich der Wechselgerüchte um Nebel: „Was sollen wir jetzt irgendwelche Gerüchte entfachen? Das gibt es bei uns nicht. Paul ist da ganz klar und wir sind es auch. Wir haben gemeinsam das Ziel, mit einem Jungen aus unserer eigenen Jugend, die Klasse zu halten. Und was darüber hinaus im Sommer passiert, das interessiert uns heute nicht.“
Frankfurts Europapokalträume rücken in Ferne
Für Frankfurt hingegen wird die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb schwieriger. Mit nun 39 Punkten fehlen der SGE acht Zähler auf Leverkusen auf dem sechsten Platz, der zur Conference League berechtigen würde. Der zwischenzeitliche Ausgleich für die Eintracht gelang Nathaniel Brown in der 20. Minute, nachdem Nebel die Mainzer bereits in der sechsten Minute in Führung gebracht hatte.
Nationalspieler Jonathan Burkardt, der im Sommer nach elf Jahren bei Mainz zur Eintracht gewechselt war, erhielt vor dem Anpfiff seiner Rückkehr eine besondere Ehrung. Der Stürmer, der von Bundestrainer Julian Nagelsmann nicht für die ersten Länderspiele im WM-Jahr nominiert worden war, bekam Blumen und ein Bild überreicht. Sportvorstand Christian Heidel würdigte ihn als „außergewöhnlichen Spieler“ und übte Kritik daran, dass vereinzelt Pfiffe aus den Reihen der Mainzer Fans ertönten.
Spannende Schlussphase entscheidet das Derby
Das Spiel entwickelte sich nach dem frühen Führungstreffer und dem Ausgleich zu einer ausgeglichenen Partie mit wenigen klaren Torchancen. Frankfurt kam durch Farès Chaibi, der einen Kopfball an die Latte setzte (61.), und Ritsu Doan, dessen Schuss von Daniel Batz gehalten wurde (70.), gefährlich nah an das 2:1 heran.
Auf der anderen Seite scheiterte Sheraldo Becker am Pfosten (84.), ehe Nebel in der 89. Minute aus dem Gewühl im Strafraum den Siegtreffer für Mainz erzielte. Der Frankfurter Torhüter Michael Zetterer, der zuvor drei Spiele in Folge ohne Gegentor geblieben war, musste nach dieser Partie wieder einmal hinter sich greifen.
Die Niederlage bedeutet für Frankfurt einen herben Rückschlag in der entscheidenden Phase der Saison, während Mainz einen weiteren wichtigen Schritt Richtung Klassenerhalt gemacht hat. Die Wechselgerüchte um Paul Nebel werden nach dieser Leistung sicherlich weiter an Fahrt aufnehmen.



