Afrika-Cup-Titel aberkannt: Marokko nachträglich zum Sieger erklärt
Marokko nachträglich Afrika-Cup-Sieger nach Titelaberkennung

Afrika-Cup-Titel aberkannt: Marokko nachträglich zum Sieger erklärt

In einer beispiellosen Entscheidung hat der afrikanische Fußballverband CAF den Titel des Afrika-Cups 2025 nachträglich aberkannt. Zwei Monate nach dem chaotischen Endspiel in Rabat wurde Senegal der Sieg am Grünen Tisch entzogen und stattdessen Gastgeber Marokko zum neuen Afrikameister erklärt.

Chaotisches Finale führt zu historischer Entscheidung

Das Berufungsgremium der CAF wertete das Finale vom 18. Januar gemäß Artikel 84 des Regelwerks als verloren für Senegal. Das Ergebnis wurde mit 3:0 zugunsten Marokkos gewertet, womit eine frühere Entscheidung des Verbandes aufgehoben wurde, die das ursprüngliche Ergebnis zunächst bestehen ließ.

Hintergrund dieser historischen Maßnahme sind die tumultartigen Szenen während des Endspiels. Nach einem späten Elfmeterpfiff für Marokko hatten senegalesische Spieler aus Protest das Spielfeld zwischenzeitlich verlassen. Erst nach einer längeren Unterbrechung konnte die Partie fortgesetzt werden.

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Regelverstoß führt zur Titelaberkennung

Das Berufungsgericht bewertete das Verhalten der senegalesischen Nationalspieler vor dem vergebenen Strafstoß von Brahim Diaz als klaren Verstoß gegen die Artikel 82 und 84 des Wettbewerbsreglements. Damit gab die Instanz dem Einspruch des marokkanischen Fußballverbandes FRMF statt.

In einer offiziellen Mitteilung erklärte die CAF: „Die CAF-Berufungskommission hat entschieden, dass gemäß Artikel 84 des Reglements des CAF-Afrika-Cups das Finale des TotalEnergies CAF-Afrika-Cups Marokko 2025 für die senegalesische Nationalmannschaft als verloren gilt.“

Marokko feiert ersten Titel seit 1976

Durch diese nachträgliche Wertung verliert Senegals Triumph seine Gültigkeit. Das Team um Bayern-Profi Nicolas Jackson und Topstar Sadio Mané hatte eigentlich seinen zweiten Titel nach 2022 gefeiert. Stattdessen wird Marokko nun erstmals seit 1976 wieder als Afrikameister geführt.

Der marokkanische Verband betonte in einer Stellungnahme: „Mit dieser Maßnahme sollte keineswegs die sportliche Leistung der an diesem Wettbewerb teilnehmenden Mannschaften infrage gestellt werden, sondern lediglich die Anwendung der Wettbewerbsbestimmungen gefordert werden.“

Weitreichende Konsequenzen nach turbulentem Endspiel

Das Finale stand kurz vor dem Abbruch, nachdem nicht nur auf dem Platz, sondern auch auf den Tribünen Chaos ausgebrochen war. Senegals Fans hatten versucht, das Spielfeld zu stürmen, was von Sicherheitskräften verhindert werden konnte.

Bereits kurz nach dem Spiel hatte der marokkanische Verband rechtliche Schritte bei CAF und FIFA angekündigt. In einer damaligen Erklärung hieß es: „Diese Situation hatte erhebliche Auswirkungen auf den normalen Spielverlauf und die Leistung der Spieler.“

Selbst FIFA-Präsident Gianni Infantino äußerte sich kritisch zu den Vorfällen und sprach von „inakzeptablen“ und „hässlichen“ Szenen, die „verurteilt“ werden müssen und sich „niemals wiederholen“ dürfen.

Diese Entscheidung markiert einen historischen Präzedenzfall im afrikanischen Fußball und unterstreicht die Bedeutung der Einhaltung von Wettbewerbsregeln selbst in emotional aufgeladenen Finalspielen.

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