Matthäus stellt klare Favoriten für das DFB-Mittelfeld auf
Der ehemalige Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat sich in der aktuellen Debatte um die Besetzung des deutschen Mittelfelds für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 positioniert und dabei eine deutliche Gegenposition zu Bundestrainer Julian Nagelsmann bezogen. In seiner regelmäßigen Kolumne beim Sender Sky benannte der Weltmeister von 1990 zwei Bundesliga-Profis als seine unumstrittenen Favoriten für die zentralen Positionen.
Kontroverse um die Doppel-Sechs
„Auf der Doppel-Sechs sind für mich Pavlovic und Nmecha gesetzt“, erklärte Matthäus ohne Umschweife. Diese klare Ansicht stehe im Widerspruch zu den jüngsten Äußerungen von Julian Nagelsmann, der in einem ausführlichen Interview mit dem Kicker eher davon ausging, dass nur einer der beiden Spieler einen Stammplatz bei der WM beanspruchen könne. Nagelsmann hatte betont, er bevorzuge neben einem ballfordernden Spieler wie Aleksandar Pavlovic oder Felix Nmecha „einen richtig stabilen, zweikampfstarken Sechser“ als Partner.
Matthäus widersprach dieser taktischen Einschätzung entschieden: „Da bin ich anderer Meinung als Julian.“ Der erfahrene Experte begründete seine Position mit einer detaillierten Rollenverteilung: „Ich glaube, dass Pavlovic eher den Ball holt und Nmecha den Ball von Strafraum zu Strafraum treibt. Deswegen sehe ich bei der WM Pavlovic mehr auf der Sechser- und Nmecha auf der Achterposition.“ Sein eigenes Spielerprofil untermauerte er mit dem Hinweis: „Ich weiß, wovon ich rede, habe selbst auf der Sechs, auf der Acht und auf der Zehn gespielt.“
Unterstützung für Goretzka, Skepsis bei Kopfballstärke
In einem weiteren Punkt zeigte sich Lothar Matthäus jedoch mit dem Bundestrainer einig. Die von Nagelsmann in Aussicht gestellte tragende Rolle für Leon Goretzka bei der Weltmeisterschaft hält der TV-Experten für absolut gerechtfertigt. „Goretzka hat es sich auch von seinem Charakter her verdient, dabei zu sein“, betonte Matthäus. Trotz der aktuell begrenzten Einsatzzeiten beim FC Bayern seien seine Erfahrung und seine positive Einstellung entscheidende Argumente für eine Nominierung.
Kritisch äußerte sich der ehemalige Nationalspieler hingegen zu der von Nagelsmann hervorgehobenen Kopfballstärke als möglichem Schlüsselfaktor. Matthäus wies darauf hin, dass bei einer Weltmeisterschaft „nicht viele Mannschaften mit hohen und langen Bällen agieren“. Ausnahmen seien allenfalls Teams wie Schottland oder eventuell Irland beziehungsweise Nordirland, falls sie sich qualifizieren sollten. Zudem verfügten sowohl Pavlovic als auch Nmecha über ähnliche körperliche Voraussetzungen wie Goretzka, was diesen speziellen Vorteil relativiere.
Die kontroverse Diskussion unterstreicht die intensiven Vorbereitungen und taktischen Überlegungen im Vorfeld der WM 2026. Während Julian Nagelsmann als Bundestrainer die finale Entscheidungsgewalt besitzt, sorgen die pointierten Analysen eines erfahrenen Experten wie Lothar Matthäus für zusätzliche Spannung und Diskussionsstoff in der Fußball-Öffentlichkeit.



