MLS-Mythos entkräftet: Cherundolo verteidigt Liga gegen Rentnerliga-Vorwurf
Cherundolo: MLS ist keine Rentnerliga - Müller anderer Meinung

MLS als Rentnerliga? Cherundolo widerspricht entschieden

Seit Jahrzehnten hält sich hartnäckig das Vorurteil, die Major League Soccer (MLS) sei lediglich ein letzter Karrierehafen für alternde Weltstars des Fußballs. Der ehemalige Bundesliga-Profispieler und Ex-Trainer des Los Angeles FC, Steven Cherundolo, stellt sich nun vehement gegen diese Einschätzung und liefert konkrete Argumente für die Qualität der nordamerikanischen Liga.

Durchschnittsalter niedriger als in der Bundesliga

In einem ausführlichen Interview mit t-online erklärte Cherundolo: „Wer die MLS als Rentnerliga bezeichnet, ist wenig informiert. Das Durchschnittsalter ist niedriger als in der Bundesliga.“ Der 87-fache US-Nationalspieler forderte Kritiker auf, sich Partien der Liga anzusehen und mit Spielern vor Ort zu sprechen, um sich ein eigenes Bild zu machen.

Cherundolo verwies dabei explizit auf prominente europäische Spieler, die in die MLS gewechselt sind, darunter:

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  • Thomas Müller, der nach seiner legendären Zeit beim FC Bayern im August 2025 den Schritt wagte
  • Lionel Messi und Luis Suárez
  • Frühere Stars wie Zlatan Ibrahimovic, David Beckham und Lothar Matthäus

Athletik und Umschaltspiel prägen das heutige Spiel

Der ehemalige Trainer betonte die sportliche Entwicklung der Liga: „Die Liga wird heute enorm durch die Athletik der Spieler und das Umschaltspiel geprägt.“ Zwar könne man weiterhin von der großen Erfahrung älterer Spieler profitieren, aber „laufen muss man trotzdem“.

Cherundolo äußerte sich auch zu Thomas Müller: „Thomas Müller ist da sicherlich anderer Meinung, Olivier Giroud und Hugo Lloris ebenfalls.“ Damit deutete er an, dass selbst etablierte Stars die Herausforderungen der Liga nicht unterschätzen sollten.

Optimale Bedingungen für junge Profis und Trainer

Der Ex-Profi stimmte der Einschätzung des ehemaligen Bayern-Talents Timothy Tillman zu, dass das Format der Liga besonders für junge Spieler interessant sei. „Ja, die Liga ist für junge Profis optimal, aber das gilt auch für Trainer“, so Cherundolo.

Er verglich die Druckverhältnisse: „In den deutschen Ligen spürt man den Druck in jeder Situation, weil es viel zu verlieren gibt – es geht um alles. In den USA haben Spieler und Trainer mehr Freiheiten, weil die Angst vor einem Abstieg fehlt.“ Diese entspanntere Atmosphäre biete Raum für Entwicklung und taktische Experimente.

Cherundolos Aussagen stellen das überkommene Bild der MLS grundlegend in Frage und unterstreichen die sportliche Professionalität einer Liga, die sich kontinuierlich weiterentwickelt hat.

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