VfB-Legende Fernando Meira im exklusiven Interview: Klare Worte vor dem Europa-League-Duell
Vor dem spannenden Europa-League-Spiel des VfB Stuttgart gegen den FC Porto am Donnerstagabend (18.45 Uhr) meldet sich ein echter Klub-Ikone zu Wort: Fernando Meira. Der ehemalige VfB-Kapitän, der zwischen 2002 und 2008 insgesamt 230-mal für die Schwaben auf dem Rasen stand und 2007 die Meisterschaft holte, lebt zwar mittlerweile in seiner portugiesischen Heimat, verfolgt die Entwicklung seines Ex-Klubs jedoch mit ungebrochener Leidenschaft. Auffällig ist, dass Meira auch 16 Jahre nach seinem letzten Einsatz im VfB-Trikot noch immer vom „wir“ spricht, wenn es um die Stuttgarter geht.
„Der VfB hat immer eine Chance“ – Meira analysiert das Porto-Spiel
Im exklusiven Interview äußert sich der 47-jährige Portugiese zunächst zum kommenden Europapokal-Duell: „Die hat der VfB immer! Der VfB ist ein Verein mit einer super Mannschaft, nicht nur in der ersten Elf. Auch der Trainer ist unfassbar gut.“ Gleichzeitig warnt Meira jedoch vor dem portugiesischen Top-Klub: „Porto dürfte von Beginn an hoch pressen und sehr kompakt spielen. Von der Gesamtstärke dürften sie einen kleinen Vorteil haben.“ Dennoch sieht der Ex-Profi die Chancen auf ein Weiterkommen ausgeglichen bei 50:50.
Kritik an fehlenden Führungspersönlichkeiten im modernen Fußball
Als ehemaliger Kapitän und aggressiver Führungsspieler hat Meira eine klare Meinung zur aktuellen Situation: „Beim VfB fehlt momentan eine starke Führungspersönlichkeit. Aber diesen Trend sehe ich auf der ganzen Welt.“ Der Portugiese beobachtet, dass der Fußball heute anders läuft und die Persönlichkeiten sich verändert haben. Besonders schmerzlich sei der Abgang von Stürmer Woltemade im Sommer 2025 für 85 Millionen Euro zu Newcastle: „Bei so einer Summe kann man nicht nein sagen. Aber er fehlt. Auch das ist ein aktueller Trend: Viele Top-Klubs haben keine klare Nummer 9.“
Undav-Debatte und die Stärken des VfB-Kaders
Zur aktuellen Diskussion um Deniz Undav, der sich kürzlich darüber beschwerte, zu wenig als klassische Nummer 9 eingesetzt zu werden, hat Meira eine differenzierte Sicht: „Für mich ist er kein klarer Mittelstürmer. Aber er ist technisch sehr stark, ruhig am Ball und schießt so viele Tore.“ Der Ex-Kapitän betont, dass Undav seine eigenen Qualitäten mitbringe, die es zu nutzen gelte.
Grundsätzlich zeigt sich Meira begeistert vom aktuellen VfB-Kader: „Es gibt auf jeder Position Konkurrenzkampf und dazu viele junge, talentierte Spieler.“ Besonders hervorheben möchte er:
- Chema als sehr wichtigen Spieler
- Chris Führich und Jamie Leweling, in die er „verliebt“ ist
- Angreifer Justin Diehl, von dem er sich nach dessen Verletzungen noch viel erhofft
- Torwart Dennis Seimen, der nächste Saison die Nummer 1 sein sollte
„Ich bin in den Trainer richtig verliebt“ – Hoeneß als Schlüsselfigur
Die größte Begeisterung löst bei Meira jedoch Trainer Sebastian Hoeneß aus: „Ich bin in den Trainer richtig verliebt. Er wirkt sehr klar, hat eine gute Persönlichkeit und lässt attraktiven und erfolgreichen Fußball spielen.“ Gleichzeitig befürchtet der VfB-Legende, dass Hoeneß nicht allzu lange in Stuttgart bleiben wird: „Ich hoffe, dass er noch viele Jahre bei uns bleiben kann. Davon gehe ich jedoch nicht aus, weil er sicher schon auf dem Zettel von vielen Top-Klubs ist.“
Ziele und Erwartungen für die laufende Saison
Meira hat klare Vorstellungen davon, was der VfB in dieser Spielzeit erreichen sollte: „Wir müssen immer international spielen. Und am Ende müssen wir in die Champions League.“ Zudem traut er dem Team sogar ein Finale zu, wobei er im DFB-Pokal lieber nicht auf Bayern München treffen möchte – auch wenn der VfB selbst gegen den Rekordmeister in einem Endspiel eine Chance hätte.
Die positive Entwicklung des Vereins führt Meira auf die kontinuierlich gute Arbeit der letzten Jahre zurück, die sich bereits im vergangenen Sommer mit dem Gewinn des DFB-Pokals – dem ersten Titel seit seiner Meisterschaft 2007 – ausgezahlt habe. Damals hielt Meira als Kapitän die Meisterschale legendär verkehrt herum in die Luft, ein Bild, das bis heute in den Köpfen der VfB-Fans geblieben ist.



