Chaos in Mexiko: Gewaltwelle bedroht WM-Vorbereitungen
Weniger als vier Monate vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird Mexiko, eines der drei Gastgeberländer, von einer schweren Gewaltwelle erschüttert. Auslöser ist die Tötung des mächtigen Drogenbosses Nemesio Oseguera Cervantes, besser bekannt als El Mencho, durch das Militär. Seine Anhänger reagierten mit brennenden Autos, Banken, Tankstellen und Läden sowie der Errichtung von Straßensperren.
Völler: „Die Lage ist erschreckend“
DFB-Sportdirektor Rudi Völler äußerte sich bei der dpa-Chefredaktionskonferenz in Berlin besorgt über die Entwicklungen. „Wir haben alle natürlich die Hoffnung, dass sich das in den nächsten Tagen und Wochen wieder beruhigt, bis die WM losgeht“, sagte Völler und bezeichnete die jüngste Eskalation als erschreckend. In der Fußballwelt wachsen die Sorgen um die Sicherheit während des Turniers.
WM-Spiele in Gefahr: Besonders Jalisco betroffen
Der Bundesstaat Jalisco mit der Hauptstadt Guadalajara ist ein Epizentrum der Unruhen. Dort steht eines der drei mexikanischen WM-Stadien, und zwei Nationalmannschaften – Kolumbien und Südkorea – haben ihr Trainingscamp geplant. In Guadalajara sind vier Vorrundenspiele angesetzt, darunter das Match des Europameisters Spanien gegen Uruguay. Insgesamt finden in Mexiko 13 WM-Spiele statt, verteilt auf Guadalajara, Mexiko-Stadt und Monterrey.
Bereits Ende März und Anfang April sollen in Guadalajara und Monterrey internationale Playoff-Partien zur Ermittlung der letzten beiden WM-Teilnehmer ausgetragen werden. Der Fußball-Weltverband FIFA wurde um eine Stellungnahme zur Sicherheitslage gebeten.
Auswirkungen auf den Sportbetrieb
Die Unruhen haben bereits konkrete Folgen:
- Zwei Erstligaspiele in Mexiko wurden abgesagt.
- Das geplante Freundschaftsspiel der mexikanischen Nationalmannschaft gegen Island in Queretaro steht in Frage.
- Das ATP-Tennisturnier in Acapulco mit Stars wie Alexander Zverev soll jedoch wie geplant stattfinden.
Internationale Besorgnis und Sicherheitswarnungen
Die Zeitung AS Mexico schrieb: „Die Lage lässt die internationalen Alarmglocken schrillen, besonders in Bezug auf die Sicherheit der Besucher und die Organisation in einem der Hauptaustragungsorte des Turniers.“ Mehrere Botschaften, darunter die deutsche, riefen ihre Bürger zu erhöhter Wachsamkeit auf und rieten teilweise, Hotels nicht zu verlassen.
Lokale Medien berichten, dass etwa 20 der 32 mexikanischen Bundesstaaten von den gewalttätigen Protesten betroffen sind. Es gab Tote und Verletzte, offizielle Zahlen liegen jedoch nicht vor. Die Situation in Mexiko rückt nun in den Fokus, nachdem zuvor das Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde ICE bei Co-Gastgeber USA für Empörung gesorgt hatte.
Die WM 2026 wird gemeinsam von Mexiko, den USA und Kanada ausgerichtet. Die aktuellen Entwicklungen werfen ernste Fragen zur Sicherheit und Organisation des sportlichen Großereignisses auf.



