Mexiko-WM in Gefahr: Drogenkartell-Gewalt nach Tod von Boss "El Mencho" eskaliert
Mexiko-WM in Gefahr: Drogenkartell-Gewalt eskaliert

Bürgerkriegsähnliche Zustände in Mexiko: WM-Turnier steht auf der Kippe

In nur 108 Tagen soll in Mexiko die Fußball-Weltmeisterschaft mit dem Eröffnungsspiel zwischen Gastgeber Mexiko und Südafrika in Mexiko-Stadt beginnen. Geplant sind Spiele in drei Städten: der Hauptstadt, Monterrey und Guadalajara. Doch die aktuelle Sicherheitslage im Land wirft ernste Fragen auf, ob das Turnier unter diesen Umständen überhaupt durchgeführt werden kann.

Chaos nach Tod von Drogenboss "El Mencho"

Auslöser der gewalttätigen Ausschreitungen ist der Tod von Nemesio "El Mencho" Oseguera Cervantes, dem 59-jährigen Anführer des berüchtigten Jalisco-Kartells (CJNG). Bei einer Razzia der mexikanischen Armee wurde er tödlich verletzt. Seine Organisation, die für ihre brutalen Methoden wie Drohnenangriffe und Hubschrauberabschüsse bekannt ist, reagierte mit einer Welle der Vergeltung.

In mehreren Bundesstaaten brennen Busse und Lastwagen, Straßen werden mit brennenden Barrikaden blockiert, und Geschäfte gehen in Flammen auf. Besonders betroffen ist der Bundesstaat Jalisco, wo in Guadalajara vier WM-Spiele stattfinden sollen, darunter das hochkarätige Duell zwischen Uruguay und Spanien am 26. Juni sowie das Spiel Mexiko gegen Südkorea am 18. Juni.

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Flughafen-Chaos und Reisewarnungen

Am Flughafen von Guadalajara herrscht Panik: Passagiere rennen um ihr Leben, Mütter klammern ihre Kinder an sich, und zahlreiche Flüge wurden gestrichen. In der Küstenstadt Puerto Vallarta, einem beliebten Urlaubsort für US-Amerikaner und Kanadier, steigen dichte Rauchwolken auf. Schulen und Geschäfte bleiben geschlossen, der öffentliche Nahverkehr steht still.

Das US-Außenministerium warnt eindringlich: "Suchen Sie Schutz und bleiben Sie in Ihren Unterkünften." Auch das deutsche Auswärtige Amt veröffentlichte am Sonntag einen Sicherheitshinweis und rät von Reisen in zahlreiche mexikanische Bundesstaaten ab. Drei Soldaten liegen schwer verletzt im Krankenhaus, bei einem Gefängnisausbruch starben zwei Wärter.

Offizielle Reaktionen und WM-Vorbereitungen

Der Gouverneur von Jalisco, Pablo Lemus, fordert die Bevölkerung auf, zu Hause zu bleiben. Viele Städte wirken wie Geisterorte. Die Flughafenbetreiber von Guadalajara versuchen zu beruhigen und sprechen von "Panik unter den Passagieren", betonen aber, dass es keine direkten Zwischenfälle im Terminal gegeben habe.

Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum appelliert auf X: "Wir müssen informiert bleiben und Ruhe bewahren." Für Hinweise auf "El Mencho" hatten die USA zuletzt ein Kopfgeld von 15 Millionen Dollar ausgesetzt. Sein Kartell kontrolliert laut US-Behörden weite Teile des Drogenhandels, insbesondere Fentanyl und Kokain, und operiert in allen 50 US-Bundesstaaten.

Zukunft der WM in Mexiko ungewiss

Während die offiziellen WM-Vorbereitungen weiterlaufen, zeigen die aktuellen Szenen, wie fragil die Sicherheitslage in Mexiko ist. Besonders besorgniserregend ist die Situation in Regionen, in denen WM-Spiele geplant sind. Die Bilder brennender Busse, blockierter Straßen und verängstigter Touristen werfen einen langen Schatten auf das Turnier.

Mit nur noch 108 Tagen bis zum Anpfiff stellt sich die drängende Frage: Kann unter solchen bürgerkriegsähnlichen Bedingungen eine Weltmeisterschaft stattfinden? Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit großer Sorge, während deutsche Touristen dringend gewarnt werden, Reisen in die betroffenen Regionen zu vermeiden.

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