Emotionale Kabinenansprache nach glücklichem Leipzig-Sieg
RB Leipzig hat sich mit einem 2:1-Erfolg gegen den FC Augsburg einen wichtigen Dreier im Kampf um die Champions-League-Plätze gesichert. Doch von großer Siegesfreude war nach dem Abpfiff wenig zu spüren. Der Sieg fiel glücklich aus, die Leistung über weite Strecken enttäuschend.
Leere Tribünen und finstere Mienen
Nach dem Schlusspfiff drehte die Mannschaft zwar eine Ehrenrunde, um sich bei den Fans zu bedanken. Doch die Red Bull Arena hatte sich bereits stark geleert – von den 41.563 Zuschauern waren viele schon gegangen. Ein gemeinsames Einschwören auf den Ligaendspurt sah anders aus.
Auch in den Katakomben wurde nicht wirklich gefeiert. Red-Bull-Boss Oliver Mintzlaff stapfte mit finsterer Miene Richtung Kabine, begleitet von den Geschäftsführern Tatjana Haenni, Johann Plenge und Florian Hopp.
„Ich bin nicht hier, um zu gratulieren“
In der Kabine hielt der 50-jährige Aufsichtsratschef eine rund zwölfminütige Rede auf Englisch. Mintzlaff begann mit den Worten: „Glückwunsch zum Sieg – aber ich bin nicht hier, um zu gratulieren.“ In einer hochemotionalen Ansprache mit sehr deutlichen Worten schwor er die Mannschaft und die sportliche Führung auf den Ligaendspurt ein.
Der Leipziger Boss betonte, man habe den richtigen Trainer und die richtige Mannschaft. Für das Ziel Champions League müssten sich „alle zerreißen“. Der Zeitpunkt der Rede war wohl bewusst gewählt – nun stehen die wichtigen Spiele gegen direkte Konkurrenten wie Stuttgart und Hoffenheim an.
Positive Resonanz aus der Mannschaft
Trainer Ole Werner zeigte sich nach der Ansprache beeindruckt: „Man sieht, wie eng das Rennen da oben ist. Viele Mannschaften sind diese Saison sehr konstant. Du wirst dich nur durchsetzen, wenn jeder an einem Strang zieht. Und genau das hat er nochmal betont. Ich habe es als sehr positiv wahrgenommen.“
Mittelfeldspieler Nicolas Seiwald unterstrich die Ambitionen: „Wir wollen Champions League spielen. Das ist der Traum eines jeden Fußballers.“ Aktuell liegt RB Leipzig als Tabellenfünfter außerhalb der begehrten Plätze.
Wahl am Vormittag, Rede am Abend
Für Mintzlaff begann der Arbeitstag bereits am Vormittag mit der Mitgliederversammlung. Dort wurde er von allen 182 Mitgliedern erneut zum Aufsichtsratschef gewählt. Teilnehmer berichteten, man habe Mintzlaff bereits bei dieser Rede angemerkt, wie sehr ihn das Verpassen der Champions League in der vergangenen Saison wurmt.
Nun liegt es an der Mannschaft, diese Enttäuschung nicht zu wiederholen. Die emotionale Kabinenansprache sollte deutlich machen, dass bei RB Leipzig in der entscheidenden Phase der Saison alle Register gezogen werden.



