Morddrohungen gegen Serie-A-Schiedsrichter: Mailänder Staatsanwaltschaft ermittelt nach Falsch-Entscheidung
Morddrohungen gegen Schiri: Staatsanwaltschaft ermittelt in Italien

Ermittlungen nach Morddrohungen gegen italienischen Schiedsrichter

Die Mailänder Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen, nachdem der italienische Schiedsrichter Federico La Penna und seine Familie Morddrohungen erhalten haben. Der 42-jährige Unparteiische hatte zuvor Anzeige erstattet, nachdem er aufgrund einer umstrittenen Entscheidung im Serie-A-Spiel zwischen Inter Mailand und Juventus Turin bedroht worden war.

Umstrittene Gelb-Rote Karte löst Eskalation aus

Auslöser der Drohungen war La Pennas Entscheidung im Spiel am Samstagabend, das Inter Mailand mit 3:2 gewann. Der Schiedsrichter zeigte dem bereits verwarnten Juventus-Spieler Pierre Kalulu kurz vor der Halbzeitpause die Gelb-Rote Karte. La Penna wertete ein Foul von Kalulu gegen Inter-Verteidiger Alessandro Bastoni als taktisches Vergehen, das eine zweite Gelbe Karte rechtfertigte.

Allerdings legten die TV-Bilder nahe, dass Kalulu Bastoni lediglich leicht am Arm berührt hatte und kein absichtliches Foul beging. Da der Video-Assistent gemäß den Regeln nur bei direkten Roten Karten eingreifen darf, blieb eine Korrektur der Entscheidung aus. Diese vermeintliche Fehlentscheidung führte zu einer Welle der Empörung unter Fans, die sich in konkreten Morddrohungen gegen den Schiedsrichter und seine Familie entlud.

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Sicherheitsmaßnahmen und gesetzliche Verschärfungen

Medienberichten zufolge riet die italienische Polizei La Penna aus Sicherheitsgründen, vorerst zu Hause zu bleiben. Dieser Fall ist kein Einzelfall in Italien, wo Schiedsrichter in der Vergangenheit immer wieder bedroht und angegriffen wurden.

Als Reaktion auf die zunehmende Gewalt gegen Unparteiische hatten die italienischen Behörden im vergangenen Jahr die Gesetzeslage deutlich verschärft. Seither müssen Personen, die einen Schiedsrichter attackieren, mit denselben Strafen rechnen, als würden sie einen Polizisten angreifen. Diese Maßnahme soll abschreckend wirken und den Schutz der Schiedsrichter verbessern.

Schiedsrichterverband warnt vor gesellschaftlichem Problem

Antonio Zappi vom italienischen Schiedsrichterverband (AIA) kommentierte die Gesetzesänderung und wies darauf hin, dass Gewalt gegen Schiedsrichter ein tiefgreifendes gesellschaftliches Problem darstellt. In den vergangenen Jahren habe es wiederholt Übergriffe gegeben, die nun mit härteren Strafen geahndet werden sollen.

Der Fall La Penna unterstreicht die prekäre Situation, in der sich Schiedsrichter im professionellen Fußball oft befinden. Trotz technischer Hilfsmittel wie dem Video-Assistenten bleiben Entscheidungen subjektiv und können zu erheblichen Konsequenzen führen – sowohl für die beteiligten Spieler und Vereine als auch für die Unparteiischen selbst.

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