Personalbeben beim VfL Wolfsburg: Ex-Torwart Benaglio als möglicher Interims-Boss im Gespräch
Der VfL Wolfsburg befindet sich in einer tiefen sportlichen Krise. Nach der 1:2-Niederlage gegen den Hamburger SV hat der Bundesliga-Vorletzte Trainer Daniel Bauer (43) und Sportgeschäftsführer Peter Christiansen (51) freigestellt. Die Entscheidungen markieren einen radikalen Einschnitt für den Verein, der aktuell in akuter Abstiegsgefahr schwebt.
Hecking als neuer Trainer – Benaglio für die sportliche Leitung?
Als Nachfolger für Daniel Bauer steht bereits Dieter Hecking (61) fest. Der erfahrene Trainer, der mit Wolfsburg 2015 den DFB-Pokal gewann, soll am Montag offiziell vorgestellt werden und als Feuerwehrmann den drohenden Abstieg verhindern. Spannender ist jedoch die Frage nach der Besetzung der sportlichen Leitung.
Laut Informationen soll für den Rest der Saison kein externer Kandidat verpflichtet werden. Stattdessen wird intern diskutiert, den ehemaligen Wolfsburger Meistertorwart Diego Benaglio (42) in die Kaderplanung einzubeziehen. Der Schweizer, der aktuell dem Aufsichtsrat des Vereins angehört, könnte bis Saisonende als Interims-Kaderplaner fungieren.
Benaglios Vorzüge und die schwierige Ausgangslage
Benaglio bringt entscheidende Qualifikationen mit: Als langjähriger Nationaltorhüter der Schweiz ist er international bestens vernetzt und verfügt über umfangreiche Kontakte im Fußballgeschäft. Zudem kennt er den neuen Trainer Hecking bestens – gemeinsam feierten sie 2015 den Pokalsieg mit den Wölfen.
Die Aufgabe wird jedoch alles andere als einfach: Der VfL Wolfsburg muss mit Blick auf die kommende Spielzeit zweigleisig planen. Einerseits gilt es, den akuten Abstiegskampf zu bestehen – der Verein würde den ersten Abstieg seiner Geschichte erleiden. Andererseits müssen bereits jetzt Weichen für die nächste Saison gestellt werden, unabhängig von der Ligazugehörigkeit.
Sportdirektor Schwegler und die Arnold-Frage
Neben einer möglichen Beteiligung Benaglios soll Sportdirektor Pirmin Schwegler (38), der erst im Dezember 2025 von Eintracht Frankfurt kam, eine zentrale Rolle bei Verstärkungen und der sportlich-strategischen Ausrichtung übernehmen. Die Verantwortlichen setzen damit auf eine Mischung aus Kontinuität und internen Lösungen.
Ein weiteres Problemfeld ist die Personallage im Kader. Um Kapitän Maximilian Arnold (31) wird gezittert. Der Mittelfeld-Organisator kehrte gegen den HSV nach Leistenproblemen zurück, musste die letzten fünfzehn Minuten jedoch unter Schmerzen absolvieren. Ob er am kommenden Samstag bei der Auswärtspartie gegen die TSG Hoffenheim von Beginn an spielen kann, ist fraglich.
Die Wölfe reisen als Tabellenvorletzter zu diesem wichtigen Spiel, bei dem sich zeigen wird, ob die Personalrochade und die Rückkehr von Dieter Hecking die erhoffte Wende einleiten können.



