Nagelsmann sieht DFB-Team als WM-Herausforderer: 'In K.o.-Spielen ist alles möglich'
Nagelsmann: DFB-Team als WM-Herausforderer mit Chancen

Nagelsmann positioniert DFB-Team als WM-Herausforderer mit realistischen Ambitionen

Nach einer erfolgreichen Länderspielwoche mit Siegen gegen die Schweiz und Ghana zeigt sich Bundestrainer Julian Nagelsmann zuversichtlich, aber realistisch für die anstehende Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko. Der 38-Jährige reiste direkt nach dem 2:1-Erfolg in Stuttgart nach Eindhoven, um den dritten Gruppengegner Ecuador persönlich zu analysieren.

Rollendefinition und Turnierziele im Fokus

Mit weniger als zweieinhalb Monaten bis zum Start der XXL-Endrunde mit erstmals 48 Mannschaften werden beim DFB die Rollen klar verteilt. Nagelsmann skizzierte die deutsche WM-Rolle als ambitionierten Herausforderer: "Ich glaube nicht, dass wir Favorit sind. Ob wir jetzt Herausforderer sind, weiß ich nicht. Wir haben auf jeden Fall die Fähigkeiten, ein sehr gutes Turnier zu spielen", erklärte der Bundestrainer.

Besonders betonte er die Bedeutung der Gruppenphase gegen Außenseiter Curaçao, die Elfenbeinküste und Ecuador: "Es muss unser Ziel sein, dass wir die Gruppenphase gut überstehen, dass wir da stabiler sind als bei den letzten beiden Weltmeisterschaften und uns gute Voraussetzungen schaffen für die K.o.-Phase". Erst danach, so Nagelsmann, sei "in allen Richtungen etwas möglich".

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Personalfragen und Kaderentwicklung

Der 26-Mann-Kader für die WM steht weitgehend fest. Während das Bayern-Duo Jamal Musiala und Aleksandar Pavlovic zur Turniervorbereitung Ende Mai zurückerwartet wird, steht hinter dem verletzten Dortmunder Felix Nmecha ein großes Fragezeichen. Am 12. Mai wird Nagelsmann das vorläufige Aufgebot nominieren, bevor am 2. Juni der Flug in die USA geht.

Die sieben Siege in Serie geben dem Team Selbstvertrauen. Kapitän Joshua Kimmich hob hervor: "Wir haben sicherlich zwei nicht perfekte Spiele gemacht. Aber wir haben beide Spiele trotzdem gewonnen". Nagelsmann bestätigte: "Wir haben ein paar Schritte nach vorne gemacht. Die Jungs haben ein sehr gutes Verständnis jetzt, wie sie auftreten müssen".

Entdeckungen und kontroverse Personalentscheidungen

Bayern-Youngster Lennart Karl war die große Entdeckung der Länderspielwoche. Der 18-Jährige machte laut Nagelsmann "einen Supereindruck" und hat den bei seiner Einwechslung ausgepfiffenen Leroy Sané in der Gunst des Publikums bereits überholt. Auch der Frankfurter Nathaniel Brown überzeugte als linker Verteidiger gegen Ghana vollauf.

Nagelsmann missbilligte deutlich den Fan-Unmut gegen Sané: "Ich finde es wichtig, dass wir, egal ob man jetzt zufrieden ist mit der Leistung oder nicht, den Spieler zumindest bei der Einwechslung so lange unterstützt, wie er den Adler auf der Brust trägt". Auch Matchwinner Deniz Undav appellierte an die Fans: "Wir brauchen jeden Spieler, egal ob man Leroy mag oder nicht, wir werden ihn brauchen".

Undavs Rollendiskussion und Nagelsmanns klare Linie

Deniz Undav, der mit seinem späten Siegtor gegen Ghana zum Matchwinner wurde, äußerte Unzufriedenheit mit seiner Joker-Rolle. Der Stuttgarter Stürmer, der in dieser Bundesliga-Saison bereits 18 Tore erzielt hat, sagte: "Natürlich würde ich sie gerne verändern".

Nagelsmann konterte mit klaren Worten: Undav sei für ihn ein Stürmer, "der nach 70 Minuten frisch reinkommt und dann bei 42 Grad abliefert". Der Bundestrainer betonte: "Ich glaube zu wissen, dass wir auch im Sommer auf jeden Fall Joker brauchen, die in der Lage sind, Spiele zu entscheiden". Seine Turnierplanung mit Haupt- und Nebenrollen steht bereits fest: "Die Rollengespräche habe ich nicht geführt für den März, sondern für die WM".

Vorbereitungsphase und finale Tests

Bis zur WM-Vorbereitung drückt Nagelsmann "allen Spielern die Daumen", dass sie die Saison in ihren Vereinen bestmöglich beenden. "Sie sollen möglichst viele Titel mitbringen in die letzte Phase vor der WM", sagte der Bundestrainer. Abschließend stehen noch "zwei schöne Tests" gegen Finnland und die USA auf dem Programm, bevor das Team "sehr gut präpariert" in das Turnier geht.

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