Dramatische Flucht eines Fußballprofis aus dem Iran
Der haitianische Fußball-Nationalspieler Duckens Nazon hat auf bewegende Weise seine Flucht aus dem Iran geschildert, nachdem er Raketenangriffe in Teheran aus nächster Nähe miterlebt hatte. Der 31-jährige Stürmer, der für den iranischen Club Esteghlal FC spielt, befand sich am vergangenen Wochenende bereits in einem Flugzeug nach Istanbul, als sich die Situation dramatisch zuspitzte.
Notfallmäßige Evakuierung aus dem Flugzeug
„Wir mussten das Flugzeug notfallmäßig verlassen und uns wurde gesagt, dass der Luftraum gesperrt sei, weil die Bombardierungen begonnen hatten“, berichtete Nazon dem französischen Sender RMC. Gemeinsam mit seinem Teamkollegen Munir El Haddadi, dem ehemaligen Barça-Star, nahm er ein Taxi ins Zentrum von Teheran. Dort erlebten sie unmittelbar die Gefechte.
„Und dann sahen wir auf der Straße einen Bombenangriff direkt neben uns“, schilderte der in Frankreich geborene Fußballprofi die bedrohliche Situation. „Die Rakete war gerade nicht weit entfernt explodiert, aber ich dachte mir, dass es in der nächsten Minute vielleicht keine weitere geben würde.“
Flucht per Minibus an die Grenze
Mit einem Minibus gelangte Nazon schließlich am frühen Sonntagmorgen an die Grenze zu Aserbaidschan. Dort musste er noch längere Zeit ausharren, bevor ihm die Ausreise möglich war. Nach mehreren Tagen erreichte er schließlich Frankreich, wo er sich in Sicherheit befindet.
„Mir geht es gut, aber ich bin sehr müde und erschöpft von dieser turbulenten Reise“, gab der Fußballer zu Protokoll. „Ich weiß momentan gar nicht, was ich denken soll. Ich bin einfach nur froh, dass ich gesund und munter bin.“
Sportliche Perspektiven trotz traumatischer Erlebnisse
Duckens Nazon, der in 74 Länderspielen für Haiti bereits 44 Tore erzielt hat, plant trotz der traumatischen Erlebnisse weiterhin seine sportliche Karriere. Er möchte mit der haitianischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft im Sommer in den USA, Kanada und Mexiko antreten. Die Fluchterfahrung hat ihn jedoch nachhaltig geprägt und wirft Fragen nach der Sicherheit von Sportlern in Konfliktregionen auf.
Die dramatischen Ereignisse zeigen, wie unmittelbar politische Konflikte das Leben von Profisportlern beeinflussen können. Nazon betonte in seinen Aussagen mehrfach seine Erleichterung, die gefährliche Situation unversehrt überstanden zu haben, während gleichzeitig die psychischen Belastungen einer solchen Flucht deutlich werden.



