Revolution im deutschen Fußball: Neue U21-Liga ab der Saison 2026/27
Der deutsche Fußball steht vor einem historischen Umbruch. Auf der DFL-Mitgliederversammlung am Dienstag haben die Klubs der ersten und zweiten Bundesliga einstimmig für die Einführung einer neuen U21-Liga ab der Spielzeit 2026/27 gestimmt. Diese Entscheidung markiert einen Meilenstein in der Nachwuchsförderung und soll die Ausbildung der Talente nachhaltig verbessern.
Strukturierter Zwischenschritt für Top-Talente
Die neue Liga hat ein klares Ziel: Sie soll jungen Spielern im Alter von 16 bis 21 Jahren zusätzliche qualitativ hochwertige Spielzeit auf Wettbewerbsniveau ermöglichen. Bislang fehlte im deutschen Fußball ein strukturierter Übergang vom Nachwuchs- in den Erwachsenenbereich. „Dieser Zwischenschritt ist entscheidend, um die Ausbildungszeit der Talente zu verlängern und sie optimal auf den Profibereich vorzubereiten“, erklärt die DFL in ihrer offiziellen Pressemitteilung.
Teilnahmeberechtigt sind alle 36 Vereine der Bundesliga und 2. Bundesliga. Jeder Klub darf selbst entscheiden, ob er eine Mannschaft in die neue Liga entsendet. Wichtig zu betonen ist, dass die bestehenden zweiten Mannschaften der Vereine nicht ausgegliedert werden und die neue Liga keine Verflechtungen mit der auf DFB-Ebene diskutierten Regionalliga-Reform hat.
Expertengremium mit prominenter Besetzung
Die Einführung der U21-Liga folgt der Empfehlung eines hochkarätigen Expertengremiums, in dem namhafte Persönlichkeiten des deutschen Fußballs mitgewirkt haben. Zu diesem Gremium gehörten unter anderem:
- Jürgen Klopp, ehemaliger Liverpool-Trainer und heutiger Head of Global Soccer bei Red Bull
- Markus Krösche, Sportvorstand von Eintracht Frankfurt
- Andreas Rettig, DFL-Geschäftsführer
- Sami Khedira, ehemaliger Nationalspieler
Jürgen Klopp hatte sich bereits im Oktober 2025 im kicker deutlich für eine eigene U21-Liga ausgesprochen: „Ich bin absolut davon überzeugt, dass uns eine eigene U-21-Liga helfen würde.“ Der erfahrene Trainer kennt das Modell aus England, wo in der Premier League 2 seit 2022 U21-Teams der Profi-Klubs gegeneinander antreten.
Modus: Liga-Phase unter Ausschluss der Öffentlichkeit
Der Spielmodus der neuen U21-Liga ist gewöhnungsbedürftig, aber durchdacht. Die Teams sollen ganzjährig in zwei eigenständigen Halbserien gegeneinander antreten. Dabei spielt nicht jeder gegen jeden, sondern pro Halbserie werden zwischen drei und sechs Spielen absolviert. Die Liga-Phase findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, um den organisatorischen und finanziellen Aufwand für die Klubs möglichst gering zu halten.
Im Anschluss an die Liga-Phase könnte jedoch ein Finalturnier vor Zuschauern ausgetragen werden. Dieser Ansatz soll den Wettbewerbscharakter erhöhen, ohne die Vereine mit zusätzlichen logistischen Herausforderungen zu belasten. Die DFL betont, dass die neue Liga einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Stärkung des deutschen Fußballs leisten wird, indem sie die Brücke zwischen Jugend- und Profifußball schließt.



