Neuer Prozess um Maradonas Tod: Ärzteteam muss sich ab Dienstag vor Gericht verantworten
Neuer Maradona-Prozess: Ärzteteam vor Gericht

Neuer Prozess um Maradonas Tod: Ärzteteam muss sich ab Dienstag vor Gericht verantworten

Mehr als fünf Jahre nach dem Tod der argentinischen Fußballlegende Diego Maradona beginnt am Dienstag in San Isidro ein neuer und hochbrisanter Gerichtsprozess. Rund 120 Zeugen sollen in den kommenden Wochen und Monaten aussagen, um die zentrale Frage zu klären: War Maradonas siebenköpfiges Ärzteteam für seinen tragischen Tod verantwortlich? Das Verfahren, das voraussichtlich bis Juli andauern wird, markiert einen weiteren Versuch, juristische Klarheit in einen der umstrittensten Todesfälle des internationalen Sports zu bringen.

Hintergrund: Der Tod einer Fußballikone

Diego Maradona verstarb am 25. November 2020 im Alter von nur 60 Jahren in seiner Privatresidenz in Tigre, während er sich von einer Hirnoperation erholte. Offiziell wurden Herzversagen und ein akutes Lungenödem als Todesursachen genannt. Doch schon bald nach seinem Ableben erhoben sich massive Vorwürfe gegen sein medizinisches Betreuungsteam. Die Staatsanwaltschaft klagte schließlich alle sieben Mitglieder, darunter Maradonas damaligen Leibarzt Leopoldo Luque, wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung an.

Ein erster Prozess endete mit einem Paukenschlag

Der erste Versuch, diese Anschuldigungen vor Gericht zu verhandeln, scheiterte spektakulär. Im Mai 2025 erklärte das Gericht in San Isidro, nördlich von Buenos Aires gelegen, das Verfahren nach zweieinhalb Monaten für ungültig. Dieser Schritt wurde notwendig, nachdem die ursprünglich zuständige Richterin, Julieta Makintach, aufgrund von massiven Befangenheitsvorwürfen zurücktreten musste. Mehrere Verteidiger hatten ihre Unparteilichkeit öffentlich in Zweifel gezogen, was zu einem juristischen Neustart zwang.

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Die Anklage und die möglichen Konsequenzen

Die sieben Angeklagten müssen sich nun erneut dem Vorwurf der fahrlässigen Tötung stellen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, ihre medizinische Fürsorgepflicht verletzt zu haben, was letztlich zu Maradonas Tod geführt habe. Im Falle eines Schuldspruchs droht jedem der Beschuldigten eine Höchststrafe von bis zu 25 Jahren Haft. Die Dimension dieses Prozesses unterstreicht die Schwere der Vorwürfe und die anhaltende öffentliche Empörung in Argentinien und weltweit.

Die Position der Verteidigung

Alle Angeklagten weisen die Vorwürfe entschieden zurück. Ihre Verteidiger argumentieren mit Nachdruck, dass Diego Maradona, der zeitlebens mit schweren gesundheitlichen Problemen, darunter Kokain- und Alkoholabhängigkeit, zu kämpfen hatte, eines natürlichen Todes gestorben sei. Sie betonen die komplexe medizinische Vorgeschichte des Fußballidols und stellen die Kausalität zwischen der Arbeit des Ärzteteams und dem Todeseintritt in Frage.

Der neue Prozess in San Isidro verspricht nicht nur eine juristische, sondern auch eine gesellschaftliche Aufarbeitung. Er wirft ein grelles Licht auf die Verantwortlichkeiten im Umgang mit sportlichen Superstars und die Grenzen medizinischer Betreuung. Für viele Fans und Beobachter bleibt es die quälende Frage, ob der Tod des „Goldenen Jungen“ des argentinischen Fußballs hätte verhindert werden können.

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