Erneuter Ausfall von Manuel Neuer beim FC Bayern
Der Kapitän des FC Bayern München, Manuel Neuer, muss erneut verletzt pausieren. Beim 4:1-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach am Freitagabend spürte der Torhüter in der ersten Halbzeit erneut Probleme in der Wade und wurde ausgewechselt. Es ist bereits der zweite Vorfall dieser Art innerhalb von nur drei Wochen.
Diagnose und Auswirkungen auf wichtige Spiele
Nach ärztlicher Untersuchung bestätigte der FC Bayern am Samstag einen kleinen Muskelfaserriss in der linken Wade bei Neuer. Der Torwart fällt damit zunächst aus. Die Verletzung trifft den Rekordmeister zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.
Neuer wird mit hoher Wahrscheinlichkeit sowohl das Bundesligaspiel am Samstag bei Bayer Leverkusen als auch das wichtige Champions-League-Achtelfinale gegen Atalanta Bergamo verpassen. Auch das Rückspiel gegen die Italiener am 18. März dürfte für den 39-Jährigen zu früh kommen.
Eberls brisante Wortwahl zu Neuer-Vertreter Urbig
Besondere Aufmerksamkeit erregten die Aussagen von Sportvorstand Max Eberl noch vor der offiziellen Diagnose. „Er wird 40 im März. Und deswegen sind wir froh, dass wir mit Jonas Urbig und mit Ulle Sven Ulreich so gute Torhüter dahinter haben, dass du in der Halbzeit wechseln kannst und nichts verändert sich im Spiel“, so Eberl.
Diese Formulierung birgt gewisse Brisanz. Ein erfahrener Spieler wie Neuer dürfte kaum erfreut sein, wenn über seinen potenziellen Nachfolger gesagt wird, dass sich mit ihm „nichts verändert im Spiel“. Die Aussage lässt sich interpretieren, als ob der Wechsel zwischen Neuer und Urbig keine qualitative Veränderung mit sich bringt.
Urbigs Entwicklung und Neuers Zukunft
Jonas Urbig, erst 22 Jahre alt, absolvierte bereits sein 23. Pflichtspiel für die Bayern und machte auch gegen Gladbach einen soliden Eindruck. Der junge Torwart gewinnt zunehmend an Routine und Selbstvertrauen.
Gleichzeitig häufen sich bei Manuel Neuer die Verletzungen. Es ist bereits der dritte Muskelfaserriss seit Mitte Dezember. Der Weltmeister von 2014 wird am 27. März 40 Jahre alt und muss sich bald über seine Karrierezukunft entscheiden.
Vorstandschef Jan-Christian Dreesen kündigte an, man werde „in aller Gelassenheit“ miteinander sprechen. Ein Karriereende im Sommer erscheint immer wahrscheinlicher, zumal Neuer im März 2027 bereits 41 Jahre alt wäre.
Trainer Kompanys Einschätzung
Bayern-Trainer Vincent Kompany zeigte sich nach dem Spiel besorgt: „Manu hat etwas gespürt. Wenn es nichts Schlimmes ist, werden wir ihn nicht zu lange verlieren. Aber das nächste Spiel ist fast schon da.“ Gemeint ist das Champions-League-Spiel bei Atalanta Bergamo.
Die Hoffnung auf eine schnelle Genesung liegt im Adjektiv „kleiner“ Muskelfaserriss. Im Vergleich zu einem herkömmlichen oder großen Faserriss ist die Zerstörung des Muskelgewebes weniger gravierend. Dennoch beeinflussen das Alter des Spielers und die Häufung der Verletzungen den Heilungsprozess.
Die Bayern-Verantwortlichen stehen vor der schwierigen Aufgabe, den Übergang von einer Torhüter-Ära zur nächsten zu managen, ohne den verdienten Kapitän zu brüskieren.



