Manuel Neuers WM-Chance: Nagelsmanns Zögern und die außerirdische Form
Manuel Neuer, der 40-jährige Torwart des FC Bayern München, hat mit seiner herausragenden Leistung im Champions-League-Hinspiel gegen Real Madrid im Bernabéu erneut bewiesen, dass er zur absoluten Weltklasse gehört. Seine spektakulären Paraden sicherten den 2:1-Auswärtssieg und brachten die Königlichen zur Verzweiflung. Am Mittwochabend will er den Einzug ins Halbfinale festhalten, doch eine viel größere Frage beschäftigt die Fußballwelt: Könnte Neuer im Sommer doch noch den Angriff auf den WM-Titel starten?
Die überraschende Wendung nach Monaten der Unsicherheit
Noch vor wenigen Wochen schien die Tür für ein Comeback von Neuer im DFB-Tor komplett vernagelt. Bundestrainer Julian Nagelsmann betonte wiederholt, dass man auf der Torwart-Position keine Probleme habe und der konstant stark haltende Oliver Baumann von der TSG Hoffenheim die Nummer eins für die Weltmeisterschaft sei. Auch Neuer selbst hatte das Thema für beendet erklärt und betont, es sei alles gesagt.
Doch nach seiner Gala in Madrid klangen Neuers Worte weniger endgültig. Auf die Frage nach der Nationalmannschaft antwortete er: „Wir brauchen das Thema überhaupt nicht aufzumachen. Wir reden jetzt nicht über die Nationalmannschaft.“ Wer genau hinhörte, erkannte jedoch, dass diese Aussage nicht mehr so knallhart klang wie noch im Februar, als er auf die Frage nach seinem Rücktritt mit einem einfachen „Ja“ antwortete.
Nagelsmanns Dilemma und die notwendigen Bedingungen
Julian Nagelsmann hat Neuers außerirdische Leistung in Madrid natürlich wahrgenommen. Dass der Weltmeister von 2014 in absoluter Topform noch ein enormer Bonus bei einer Weltmeisterschaft wäre, steht außer Frage. Allerdings müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein, damit es tatsächlich zu einer Rückkehr kommen kann.
Erstens muss Neuer in den kommenden Wochen topfit bleiben und darf keine Verletzungsprobleme entwickeln. Zweitens muss er weiterhin starke Leistungen in den entscheidenden Spielen der laufenden Saison zeigen. Sollten diese Voraussetzungen erfüllt sein, könnte es möglich werden, dass Nagelsmann im Mai über seinen Schatten springt und Neuer als Nummer eins mit zur WM nimmt.
Das Verhältnis zwischen Neuer und Nagelsmann
Auffällig war, dass Neuer kürzlich im „Sportstudio“ betonte, das Verhältnis zu Bundestrainer Nagelsmann sei keineswegs zerrüttet: „Das stimmt ja überhaupt nicht. Wir haben uns damals ausgetauscht, er war mein Trainer gewesen. Ich war ja auch bei der Europameisterschaft Torwart unter ihm gewesen. Wir haben kein schlechtes Verhältnis. Wir haben ein gutes Verhältnis.“
Eine entscheidende Rolle in dieser Konstellation könnte Michael Rechner spielen, der Torwarttrainer des FC Bayern. Obwohl er das schwere Erbe von Neuers Trauzeuge Toni Tapalovic antrat, soll er zu Neuer einen sehr guten Draht haben. Rechner kennt zudem Nagelsmann bestens, da er mit ihm in Hoffenheim zusammenarbeitete und 2023 nach München geholt wurde.
Die Zukunft bei Bayern und mögliche Szenarien
Parallel zur WM-Diskussion sprach Neuer vor dem Rückspiel gegen Real Madrid auch über eine mögliche Vertragsverlängerung beim FC Bayern. Der Torwart erklärte: „Je eher, desto besser. Grundsätzlich ist es so, dass ich es nicht abhängig davon mache, welche Titel wir jetzt einfahren. Mir wäre natürlich am liebsten, wenn wir alles einfahren. Ich habe mich jetzt persönlich noch nicht entschichtet, aber ich glaube nicht, dass es noch allzu lange dauern wird.“
Die spannende Frage bleibt: Werden wir Manuel Neuer bei der Weltmeisterschaft sehen und anschließend noch ein weiteres Jahr bei den Bayern? Beide Seiten sind derzeit bemüht, das Thema nicht erneut aufzukochen. Nagelsmann wollte sich auf Anfrage nicht äußern, und Neuer wollte seiner zuletzt getätigten Aussage nichts hinzufügen. Doch die außerirdische Form des Torwarts und die sich ändernden Töne lassen Raum für Spekulationen.



