Felix Neureuther kritisiert TV-Umgang mit Lindsey Vonns schwerem Sturz
Neureuther: TV-Umgang mit Vonn-Sturz war respektlos

Felix Neureuther übt scharfe Kritik an TV-Berichterstattung bei Lindsey Vonns Sturz

Der ehemalige Ski-Star Felix Neureuther, der mittlerweile als Experte für die ARD arbeitet, hat sich in einem ausführlichen Interview mit SPORT BILD zu verschiedenen Themen geäußert. Im Fokus stand dabei insbesondere der schwere Sturz der US-amerikanischen Skilegende Lindsey Vonn bei den Olympischen Spielen.

„Das fand ich respektlos“: Emotionale Reaktion auf Vonn-Drama

Neureuther beschrieb den Moment, als Vonn sich schwer verletzte, als äußerst schmerzhaft. „Das sind Momente, die äußerst schmerzhaft sind und wo die Kameras und Mikros ab einem gewissen Zeitpunkt nichts mehr verloren haben“, erklärte der 41-Jährige. Besonders kritisch sah er den Umgang der TV-Regie mit den Bildern und dem Ton. „Ich fand in diesem Moment den Umgang mit den TV-Bildern und dem Ton sehr unpassend und ihrer Familie gegenüber respektlos.“

Der Experte betonte, dass Dramen zwar zum Sport dazugehören, die Berichterstattung jedoch Grenzen wahren müsse. „Diese Realität sollten wir im Fernsehen versuchen zu übermitteln, und das ist auch der Anspruch von Bernd Schmelzer und mir“, so Neureuther. Er verwies darauf, dass er Vonn persönlich kenne und daher besonders mitgelitten habe.

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Innovationen im TV-Sport: Drohnen und Emotionen

Neureuther sprach auch über technische Entwicklungen in der Sportberichterstattung. Bei den Olympischen Spielen seien Drohnen besonders präsent gewesen. „Wenn sie es schaffen, den Ton von der Drohne abzuschalten oder leiser zu bekommen, dann wäre das super. Dieses Surren nervt“, merkte er kritisch an. Gleichzeitig erkannte er den Mehrwert der Technologie: „Beim Skifahren sind die Bilder bei manchen Passagen absolut genial.“

Im Freestyle-Bereich seien die Drohnenaufnahmen besonders beeindruckend, da sie eine ganz andere Dynamik in die Übertragung brächten. Insgesamt habe sich das Sporterlebnis durch Drohnen positiv verändert und sei viel dynamischer geworden.

Mehr Nähe für bessere TV-Erlebnisse

Der Experte sieht weiteres Innovationspotenzial in der TV-Produktion. „Ich will als Fernsehzuschauer so nah wie möglich dran sein“, betonte Neureuther. Als Vorbild nannte er die Formel 1, wo Kameras die Sportler bis zum Start begleiten. „Es geht um Emotionen. Wenn man die transportiert, profitieren Sportler und Zuschauer.“

Neureuther forderte mehr gegenseitiges Verständnis zwischen Athleten und Medien. „Das nenne ich dann Professionalität, die ich bei aller Rücksicht auf Konzentration und Fokussierung von den Athleten erwarten darf.“ Auch bei den Absperrungen rund um Wettkampfstätten wünscht er sich Veränderungen: „Lasst die Hälfte der Absperrungen weg und lasst die Zuschauer den Atem der Sportlerinnen und Sportler spüren.“

Zukunftsperspektiven für TV-Experten

Auf die Frage, welchen deutschen Olympiasportler er als potenziellen TV-Experten sehe, nannte Neureuther Hansi Lochner. „Ein Hansi Lochner ist schon prädestiniert. Leidenschaftlich, unterhaltsam und fachlich top – einfach ein toller Typ.“

Abschließend betonte Neureuther noch einmal seine Haltung zur Berichterstattung bei Sportdramen. Während Risiko und harte Realität zum Sport gehörten und die Menschen faszinierten, müsse die TV-Berichterstattung stets respektvoll bleiben – besonders wenn es um schwere Verletzungen von Athleten gehe, die man persönlich kenne.

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