Neururer kritisiert Kovac: Schlotterbeck-Bankplatz bei BVB sorgt für Debatte
Neururer kritisiert Kovac für Schlotterbeck-Bankplatz

Neururer kritisiert Kovac-Entscheidung bei Schlotterbeck scharf

Im Playoff-Rückspiel der Champions League bei Atalanta Bergamo sorgte eine Personalentscheidung von Borussia Dortmund für erhebliche Diskussionen. Abwehrchef Nico Schlotterbeck, der zuletzt wegen muskulärer Probleme zwei Bundesligaspiele verpasst hatte, kehrte zwar in den Kader zurück, fand sich jedoch nur auf der Ersatzbank wieder. Diese Entscheidung von Trainer Niko Kovac stieß auf deutliche Kritik, insbesondere von SPORT1-Experte Peter Neururer.

„Da habe ich kein Verständnis für“

Peter Neururer äußerte sich im Fantalk bei SPORT1 zunächst zurückhaltend, betonte jedoch schnell seine Bedenken. „Wir als Außenstehende, die nicht jeden Tag beim Training sind, sollten uns normalerweise tunlichst zurückhalten“, begann der ehemalige Bundesligacoach. Doch dann wurde er konkret: „Ich stelle mir nur Fragen, in Bezug auf die Zusammenstellung des Kaders für das Spiel. Wenn ich dann sehe, dass im Kader mein Vizekapitän ist, mein wichtigster Mann, wichtigster Abwehrspieler: Schlotterbeck, der aber auf der Bank sitzt – da habe ich kein Verständnis für.“

Für Neururer ergibt die Vorgehensweise von Kovac keinen logischen Sinn. Entweder sei Schlotterbeck fit genug, um von Beginn an zu spielen, oder er sei so angeschlagen, dass er überhaupt keine Alternative darstelle. „Ein Schlotterbeck der gesund ist, brauchen wir nicht drüber zu reden, der spielt. Er ist der wichtigste Mann im Augenblick beim BVB im Abwehrverhalten“, argumentierte Neururer. Seiner Meinung nach signalisiere die Bankplatzierung, dass der Spieler gesund sei, was einen Start nahelege.

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Strunz unterstützt die Kritik und warnt vor Risiken

Auch Thomas Strunz, ein weiterer Experte, schloss sich der Kritik an. „Entweder er spielt von Beginn an und wenn die Kraft nur für 60 oder 65 Minuten reicht, dann reichts halt nur so lange und dann nehme ich ihn raus“, sagte Strunz. Er wies auf das erhebliche Risiko hin, das Kovac mit einer möglichen späteren Einwechslung eingehe. „Da kann ich aus meiner Sicht nicht das Risiko eingehen, zu sagen, er ist jetzt mit muskulären Problemen ausgefallen, dann bringe ich ihn in der 65. Minute, aus welchen Gründen auch immer. Dann muss er einen Sprint gegen den Außenspieler machen und dann heißt es: War doch nicht so gut. Was mache ich denn dann?“

Neururer unterstrich diese Bedenken und hob die Gefahr hervor, die eine Not-Einwechslung mit sich bringen könnte. „Was ist, wenn ich den Spieler plötzlich einsetzen muss und stelle fest, der hält doch noch nicht durch? Dann habe ich ein riesengroßes Problem“, warnte der Trainer-Legende.

Kovac bestätigt generelle Einsatzfähigkeit

Vor dem Spiel hatte Niko Kovac auf der Pressekonferenz die Einsatzfähigkeit der Rückkehrer Schlotterbeck und Emre Can, der in der Startelf stand, generell bestätigt. „Wenn sie mit der Mannschaft trainieren, sind sie einsetzbar. Sie sind bereit“, sagte der BVB-Trainer. Diese Aussage steht im Kontrast zur tatsächlichen Aufstellung, was die Debatte weiter anheizte.

Die Situation wirft Fragen zur taktischen Planung und zur Kommunikation innerhalb des Teams auf. Während Kovac möglicherweise vorsichtig agieren wollte, um Schlotterbeck nicht zu überlasten, sehen Experten wie Neururer und Strunz in der Bankplatzierung ein unnötiges Risiko und eine Verschwendung der Qualitäten des Abwehrchefs.

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