Museum in Hof sucht regionale Schimpfwörter für ungewöhnliche Ausstellung
Museum Hof sucht regionale Schimpfwörter für Ausstellung

Museum in Hof startet ungewöhnliche Sammelaktion für regionale Schimpfwörter

Ein Museum, das aktiv zum Fluchen und Schimpfen aufruft – diese kuriose Idee wird im oberfränkischen Hof zur Realität. Das Museum Bayerisches Vogtland hat eine bemerkenswerte Aktion gestartet: Die Bürger der Region sind aufgerufen, ihre liebsten und typischsten Schimpfwörter einzureichen. Hintergrund ist eine geplante Herbstausstellung, die sich der jahrhundertealten Tradition des Fluchens und Schimpfens widmen wird.

„Hundsgunga“ und „Debbala“: Typisch Hoferische Beschimpfungen gesucht

Das Museum sucht gezielt nach regionalen Besonderheiten der Schimpfkultur. Bereits bekannte Beispiele aus dem Bayerischen Vogtland sind Begriffe wie „Hundsgunga“ für einen Taugenichts, „Debbala“ für einen Trottel oder „Laddschkabbm“ für einen Dummkopf. Diese Ausdrücke spiegeln den lokalen Dialekt und die spezifische Ausdrucksweise der Region wider.

Ein weit verbreitetes Vorurteil besagt, dass die Hofer besonders gerne und kreativ motzen und schimpfen. Das Museum möchte diesem Klischee nun auf den Grund gehen und herausfinden, wie sich die Fluchkultur in der Gegend im 21. Jahrhundert darstellt. Die Bürger können dabei völlig ungeniert und ohne negative Konsequenzen ihre typisch Hoferischen Schimpfwörter mitteilen.

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Von antiken Flüchen bis zur modernen Hate Speech

Die geplante Ausstellung trägt den Titel „Potz! Blitz! Vom Fluch des Pharao bis zur Hate Speech“ und wird im Herbst nach Hof kommen. Sie zeigt die Entwicklung der Fluch- und Schimpfkultur über Jahrhunderte hinweg – von antiken Verfluchungen in ägyptischen Gräbern bis zu modernen Formen der verbalen Herabsetzung in digitalen Räumen.

Die Schau war bereits von 2024 bis Anfang 2025 im Nürnberger Museum für Kommunikation zu sehen und wird nun mit regionalem Bezug in Hof präsentiert. Die jetzt gesammelten Schimpfwörter der Hofer Bürger werden direkt in die Ausstellung integriert und geben ihr damit eine authentische lokale Komponente.

Das Museum Bayerisches Vogtland betont, dass es mit dieser ungewöhnlichen Sammelaktion nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse gewinnen möchte, sondern auch das sprachliche Erbe der Region dokumentieren und bewahren will. Die Aktion zeigt, wie lebendig und kreativ regionale Dialekte und Ausdrucksformen auch im Bereich des Schimpfens bleiben können.

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