Nürnberg rüstet sich für Hochrisikospiel gegen Dynamo Dresden
Nach den chaotischen Szenen der vergangenen Spieltage bereitet sich der 1. FC Nürnberg mit umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen auf das Heimspiel gegen Dynamo Dresden am Samstag vor. Das Max-Morlock-Stadion ist zwar ausverkauft, doch es werden nur 45.000 statt der möglichen 50.000 Zuschauer zugelassen. Grund dafür sind umfangreiche Maßnahmen, um eine Wiederholung der jüngsten Ausschreitungen zu verhindern.
Vorfälle in Dresden und Braunschweig als Auslöser
Vergangenen Samstag eskalierte die Situation beim Spiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC. Fans überkletterten Zäune, lieferten sich Schlägereien und schossen Feuerwerkskörper in die Ränge, was zu einer fast 20-minütigen Spielunterbrechung führte. Nur einen Tag später sorgten Anhänger des 1. FC Nürnberg beim Auswärtsspiel in Braunschweig mit Pyrotechnik für dichte Rauchschwaden und eine weitere Spielunterbrechung. Diese Vorfälle haben die Dringlichkeit verstärkter Sicherheitsmaßnahmen deutlich gemacht.
Umfangreiche Pufferzonen und Absperrungen
Im Max-Morlock-Stadion werden mehrere Pufferzonen eingerichtet, um die mindestens 9.000 Dresden-Fans strikt von den Nürnberger Anhängern zu trennen. Block 26 in der Südkurve Oberrang über dem Stehbereich der Gästefans bleibt komplett leer. Zusätzlich werden die ersten Reihen in anderen Rängen über den Dynamo-Anhängern mit Planen abgedeckt. Eine weitere Pufferzone entsteht zwischen den Blöcken 25d und 19b am Übergang von Südkurve zur Gegengerade. Diese Maßnahmen sollen physische Kontakte zwischen verfeindeten Fangruppen verhindern.
Massiver Sicherheitsaufgebot im Einsatz
Über 500 Ordner werden am Samstag im Stadion im Einsatz sein und mehrere Ordnerketten bilden, um die Fantrennung konsequent durchzusetzen. Dynamo Dresden bringt zehn statt der üblichen sechs eigenen Ordner für Einlasskontrollen und die Überwachung der Imbissstände mit. Die Polizei wird mit einem deutlich erhöhten Aufgebot vor Ort sein, um mögliche Ausschreitungen bereits im Vorfeld zu unterbinden und im Ernstfall schnell eingreifen zu können.
Trainer Klose hofft auf friedlichen Spielverlauf
Nürnbergs Trainer Miroslav Klose äußerte die Hoffnung, dass die umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen greifen und der sportliche Wettkampf im Vordergrund stehen wird. „Ich gehe nur vom Positiven und einer fantastischen Stimmung aus, weil ich weiß, dass beide Fanlager richtig Stimmung machen können“, so der 47-jährige Trainer. Sein Appell richtet sich an beide Seiten, die Leidenschaft für den Fußball friedlich auszuleben und Gewalt außerhalb des Platzes zu lassen.
Das Spiel beginnt um 13 Uhr und wird live bei Sky sowie im Live-Ticker auf BILD.de übertragen. Bereits vor den jüngsten Vorfällen war die Partie als Hochrisikospiel eingestuft worden, doch die Ereignisse der vergangenen Tage haben die Sicherheitsbedenken noch einmal deutlich verstärkt. Die Verantwortlichen in Nürnberg setzen alles daran, dass sich die chaotischen Szenen von Dresden und Braunschweig nicht wiederholen.



