Bundesliga-Legende Olaf Marschall feiert runden Geburtstag
Man mag es kaum glauben, aber am 19. März wird es wirklich so weit sein. Die Bundesliga-Legende Olaf Marschall, geboren in Torgau bei Leipzig, vollendet sein sechstes Lebensjahrzehnt. Mit Familie und engen Freunden begeht er diesen besonderen Tag in der Nähe des spanischen Alicante, wo er ein Ferienhaus sein Eigen nennt. „Und das ganz ruhig, wir gehen zusammen was essen“, verrät der Jubilar bescheiden.
Vom Scout zur Legende beim 1. FC Kaiserslautern
Beim Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern ist Marschall nach wie vor als Chefscout tätig und legt pro Jahr beeindruckende 70.000 Kilometer auf Europas Straßen zurück. Bei den Roten Teufeln, wie die Mannschaft liebevoll genannt wird, schrieb er einst auch selbst Geschichte. Mit Kaiserslautern gewann Marschall 1996 den DFB-Pokal – nur wenige Tage nach dem bitteren Abstieg aus der Bundesliga.
Nach dem direkten Wiederaufstieg folgte 1998 unter Trainer Otto Rehhagel die sensationelle deutsche Meisterschaft. Marschall hatte mit stolzen 21 Toren einen enormen Anteil an diesem Triumph. „So etwas vergisst man nie“, gesteht er heute. „Für alle, die dabei waren – ob Spieler oder Zuschauer – war das ein unvergessliches Erlebnis. Als Aufsteiger gleich Meister zu werden, das war einfach grandios.“ Dies markierte wohl den absoluten Höhepunkt seiner erfolgreichen Laufbahn.
Karrierestationen von Lok Leipzig bis Dynamo Dresden
Bereits zu DDR-Zeiten machte Marschall auf sich aufmerksam, als er mit Lok Leipzig 1987 das Europacup-Finale der Pokalsieger in Athen erreichte, das knapp mit 0:1 gegen Ajax Amsterdam verloren ging. Kurz nach der Wende zog es ihn dann zu Admira/Wacker Wien nach Österreich. „Eigentlich wollte ich ja zu Trainer Hans Meyer nach Chemnitz“, erinnert er sich. „Aber das wurde vom Verband nicht genehmigt. Zum Probetraining nach Wien durfte ich jedoch. Und nach einer Woche hatte ich einen Vertrag.“
Bezahlt wurde er damals noch in österreichischen Schilling. Marschall lacht: „Wie viel ich bekommen habe, weiß ich nicht mehr. Aber meine Frau Heidi und ich haben uns davon zunächst mal eine Stereoanlage gekauft. Erst drei Jahre später hatte ich erstmals die D-Mark in der Hand.“
Der Notverkauf bei Dynamo Dresden als Wendepunkt
1993 kehrte Marschall nach Deutschland zurück und wechselte zu Dynamo Dresden in die Bundesliga. Gleich zum Auftakt schenkte er seinem früheren Klub Lok Leipzig (damals als VfB Leipzig antretend) beim 3:3 drei Tore ein. Doch diese Zeit währte nur kurz. „Leider war die Zeit da nur kurz. Es ging nicht anders“, erklärt Marschall.
Dynamo Dresden befand sich in finanziellen Schwierigkeiten und verkaufte Marschall am Saisonende für die damals rekordverdächtige Summe von 2,8 Millionen D-Mark an den 1. FC Kaiserslautern. Für die Pfälzer war dies die bis dahin höchste Ablösesumme ihrer Vereinsgeschichte. Diese Investition sollte sich gewaltig auszahlen – nicht zuletzt für Marschall selbst, der ohne diesen Transfer vielleicht nie Deutscher Meister geworden wäre.
Internationale Fußball-Heimat und aktuelle Wünsche
Doch wo fühlt sich der Jubilar im Fußball heute eigentlich zu Hause? Marschall lacht: „Ich bin international. Ich hatte in Wien genauso gute Zeiten wie in Dresden und Kaiserslautern. Und natürlich hatte ich auch eine gute Zeit bei Lok Leipzig, wo ich groß geworden bin.“
Seinem Jugendverein Lok Leipzig wünscht er nun den Aufstieg in die 3. Liga. „Ihren Vorsprung werden sie doch wohl über die Runden bringen“, meint er optimistisch. „Der Jochen Seitz schafft das schon.“ Zudem hofft er auf den Klassenerhalt von Dynamo Dresden in der 2. Liga. Marschall begründet: „Schon allein deshalb, weil immer viele Dynamo-Fans mit zu uns auf den Betzenberg kommen.“
Ein bewegtes Fußballerleben, das nun seinen 60. Geburtstag feiert – herzlichen Glückwunsch, Olaf Marschall!



