Preußen Münster vor entscheidender Phase im Abstiegskampf
Mit der Auswärtspartie bei den punktgleichen Dresdnern beginnen für Münsters Zweitliga-Kicker am Sonntag die Wochen der Wahrheit. Die Schwarz-Weiß-Grünen müssen in der Folge mit Magdeburg, Kiel und Fürth gleich gegen drei weitere direkte Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt antreten. Ein Viererschlag, der mehr als nur die Vorentscheidung bringen kann.
Batista-Meier warnt vor Dresdens Heimstärke
Oliver Batista-Meier, mit sechs Toren und vier Vorlagen einer der Leistungsträger bei Preußen Münster, sieht seine Mannschaft zwar gut aufgestellt, warnt aber eindringlich vor der besonderen Herausforderung in Dresden. „Wenn wir unsere Stärken zu 100 Prozent auf den Platz bringen, können wir auch vier Siege in Serie einfahren“, zeigt sich der 24-Jährige überzeugt. Wichtig ist für ihn jedoch, nur von Spiel zu Spiel zu denken und sich immer voll auf die nächste Aufgabe zu konzentrieren.
Für Batista-Meier persönlich stellt die Partie gegen Dynamo Dresden eine ganz besondere Herausforderung dar. Von 2022 bis 2024 war er selbst beim Ostclub unter Vertrag und absolvierte 38 Einsätze mit einem Tor. „Ein cooler Verein mit geilem Stadion und wahnsinnigen Fans. Trotzdem habe ich mich in Dresden zu keiner Zeit wirklich heimisch gefühlt“, erklärt der Offensivspieler ehrlich.
Vergangenheit als zusätzliche Motivation
Die Gründe für sein Unbehagen in Dresden liegen auch in der Beziehung zu Trainer Thomas Stamm. „Zwischenmenschlich hat's bei uns leider nicht geklappt“, sagt Batista-Meier rückblickend ohne Schuldzuweisungen. „Manchmal passt es einfach nicht.“ Während seiner Dynamo-Zeit wurde er zweimal ausgeliehen – zunächst an den damaligen Drittliga-Konkurrenten SC Verl, wo er unter dem heutigen Preußen-Coach Alexander Ende groß aufdrehte.
Nach starken 18 Scorer-Punkten allein in der Hinrunde der Spielzeit 2023/2024 brach Dynamo die Leihe bereits im Winter vorzeitig ab, um ihn für die Rückserie direkt weiter zu den Grashoppers nach Zürich zu schicken. „Echt ärgerlich, dadurch wurde mir eine großartige Saison mit Verl geklaut“, erinnert sich Batista-Meier.
Brutale Atmosphäre im Rudolf-Harbig-Stadion
Der technisch-versierte Offensivspieler weiß genau, was ihn und seine Adler-Kollegen im ausverkauften Rudolf-Harbig-Stadion mit 32.250 Zuschauern erwartet. Vor allem die brutale und aggressive Lautstärke der Dresdner Fans sei gewöhnungsbedürftig. Doch Batista-Meier ist sicher: „Das halten wir aus. Sie wird uns nicht einschüchtern, sondern zusätzlich motivieren.“
Interessanterweise zeigt die aktuelle Heimtabelle, dass Dynamo im eigenen Wohnzimmer durchaus verwundbar ist. Mit lediglich 12 Zählern aus 12 Spielen belegen die Dresdner in diesem Ranking nur den vorletzten Platz und stehen somit unter besonderem Druck.
Teamgeist intakt trotz Hertha-Pleite
Die unglückliche 1:2-Pleite mit dem Schlusspfiff zuletzt gegen die Berliner Hertha hat Batista-Meier inzwischen abgehakt. „Sie tat natürlich weh, keine Frage“, gibt Olli ehrlich zu. Doch der anschließende freie Tag mit der Familie hat seine trüben Gedanken schnell wieder verdrängt.
Der gebürtige Pfälzer betont nach dem Trainingsauftakt: „Der Blick geht wieder nach vorn. Unser Teamgeist ist absolut intakt. Wir brennen darauf, uns die verlorenen Punkte in Dresden zurückzuholen.“ Gemeinsam mit Innenverteidiger Janis Heuer und den anderen Leistungsträgern will Batista-Meier in der sächsischen Metropole erfolgreich auftreten.
Allein schon der feste Glaube daran ist eine gute Voraussetzung – und versetzt manchmal auch Berge in der heiß umkämpften Zweiten Bundesliga. Die Partie am Sonntag um 13:30 Uhr wird live bei Sky übertragen und könnte bereits wichtige Weichen für den weiteren Saisonverlauf beider Teams stellen.



