Vorsicht vor Vollgas: Ouédraogo opfert U21-Spiele für Leipzigs Champions-League-Kampf
Assan Ouédraogo, das 19-jährige Mittelfeldtalent von RB Leipzig, hat eine kluge und vernünftige Entscheidung getroffen. Nach Informationen der BILD verzichtet der junge Fußballer auf die EM-Qualifikationsspiele der deutschen U21-Nationalmannschaft gegen Nordirland am Freitag und Griechenland am Montag. Der Grund ist ebenso ambitioniert wie nachvollziehbar: Ouédraogo möchte sich vollständig auf sein Comeback bei RB Leipzig konzentrieren, um im entscheidenden Ligaendspurt um die begehrte Champions-League-Qualifikation eine Schlüsselrolle zu spielen.
Mini-Comeback als Video-Praktikant, echtes Comeback in Bremen?
Zuletzt gab Ouédraogo gegen Hoffenheim beim 5:0-Erfolg ein kurzes, aber symbolträchtiges Mini-Comeback – allerdings nicht auf dem Rasen, sondern als „Video-Praktikant“, der Teamkollege Benjamin Henrichs interviewte. Das echte Comeback auf dem Platz soll nun beim nächsten Bundesligaspiel in Bremen am 4. April folgen. Ein ehrgeiziges Ziel, für das der U17-Weltmeister sogar Länderspiele opfert.
Obwohl Ouédraogo seine Sehnenverletzung im linken Knie, die er sich Ende November bei einem Zusammenprall zugezogen hatte, überstanden hat und seit über zwei Wochen wieder komplett mit der Mannschaft trainiert, wollen sowohl der Spieler als auch die Verantwortlichen von RB Leipzig kein Risiko eingehen. Die Sorge vor einem erneuten Rückschlag ist groß, denn bereits Mitte Januar schien die Verletzung überwunden: Nach einem 60-Minuten-Comeback gegen Freiburg musste der Ex-Schalker erneut zwei Monate pausieren.
Absolute Vernunftentscheidung mit Blick auf Leipzigs Ziele
„Er macht einen sehr guten Eindruck und wird nach der Länderspielpause wieder zur Verfügung stehen“, kündigte RB-Trainer Ole Werner bereits vor dem Spiel gegen Hoffenheim an. Diese Aussage unterstreicht die Bedeutung Ouédraogos für die Roten Bullen im Endspurt der Saison. Der Verzicht auf die U21-Einsätze ist daher eine absolute Vernunftentscheidung, die langfristig sowohl dem Spieler als auch dem Verein zugutekommen soll.
Spannend dabei: Dieser taktische Rückzug könnte Ouédraogo am Ende sogar den Weg zur WM im Sommer ebnen. Sollte er bei RB Leipzig wieder Stammspieler werden und seine alte Stärke zurückfinden, ist auch eine Rückkehr in die A-Nationalmannschaft nicht ausgeschlossen. Nach seinem Debüt im November, bei dem Ouédraogo direkt als Joker traf, steht der junge Mittelfeldspieler bei Bundestrainer Julian Nagelsmann ohnehin hoch im Kurs.
Die Bitte an U21-Trainer Antonio Di Salvo, Ouédraogo für die aktuellen Spiele nicht zu berücksichtigen, zeigt somit Weitsicht. Statt kurzfristiger Länderspieleinsätze setzt man in Leipzig auf nachhaltige Fitness und Leistungsfähigkeit – eine Strategie, die im harten Wettkampf um die Champions-League-Plätze goldwert sein könnte.



