Deutsche Para-Biathleten starten mit drei Bronzemedaillen – Maier siegt in kurzer Hose
Para-Biathleten: Drei Bronzemedaillen zum Auftakt in Italien

Dreifacher Bronzeregen für deutsche Para-Biathleten bei Paralympics-Auftakt

Die deutschen Para-Biathletinnen und Biathleten haben bei den Paralympischen Winterspielen 2026 in Italien einen triumphalen Einstand gefeiert. Gleich drei Bronzemedaillen konnten am ersten Wettkampftag errungen werden, womit das deutsche Team eine äußerst erfolgreiche Basis für die weiteren Wettbewerbe legte.

Marco Maier erkämpft sich Bronze mit minimalem Vorsprung

Biathlet Marco Maier sicherte sich im Sprint der stehenden Klasse mit nur 0,2 Sekunden Vorsprung die Bronzemedaille. Der 26-Jährige blieb beim Schießen fehlerfrei und setzte sich damit gegen die starken chinesischen Konkurrenten Jiayun Cai und Xiaobin Liu durch. Besonders bemerkenswert: Maier startete aufgrund der ungewöhnlich hohen Temperaturen in kurzer Hose – ein ungewöhnlicher Anblick im Biathlon-Winter.

„Ich kann es noch gar nicht richtig glauben. Das Ganze zu realisieren, dauert noch ein bisschen. Ich bin einfach happy, weil ich auch krank war. Ich wusste am Morgen noch nicht, ob ich bei den Bedingungen laufen kann. Aber es hat funktioniert und hat Spaß gemacht“, kommentierte der überglückliche Maier seinen Erfolg.

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Für den 27-Jährigen ist dies bereits die dritte paralympische Medaille nach seinem überraschenden Doppel-Silber bei den Spielen in Peking vor vier Jahren. Trotz eines Trainingsrückstands nach einer überstandenen Krankheit zeigte er eine herausragende Leistung.

Anja Wicker holt Bronze in ihrem ersten Rennen

Ebenfalls Bronze sicherte sich Anja Wicker im Sprint über 7,5 Kilometer der sitzenden Startklasse. Die Stuttgarterin gewann in ihrem ersten paralympischen Rennen direkt Edelmetall, obwohl sie zwei Schießfehler beging und damit 1:11,1 Minuten Rückstand auf die überragende amerikanische Siegerin Oksana Masters hatte.

„Es ist unglaublich, dass ich das gleich am ersten Wochenende geschafft habe, wenn die Eltern und Freunde da sind. Ich habe ein breites Grinsen. Ich habe es mit den zwei Fehlern super spannend gemacht, es war mega eng. Ich hoffe, dass ich die anderen motiviert habe“, sagte die sichtlich bewegte Wicker nach ihrem Erfolg.

Leonie Walter komplettiert deutschen Medaillenreigen

Das deutsche Bronzetrio komplettierte Leonie Walter, die in der Klasse der sehbehinderten Biathletinnen gemeinsam mit Guide Christian Krasman fehlerfrei zu Bronze lief. Den Sieg holte dabei die Chinesin Yue Wang vor der Tschechin Carina Edlingerova.

Weitere deutsche Starterinnen in dieser Klasse waren Johanna Recktenwald mit Guide Emily Weiss auf Platz fünf sowie Linn Kazmaier mit Guide Florian Baumann auf Rang sieben.

Andrea Eskau: Neunte Teilnahme mit 54 Jahren

Ein besonderes Kapitel schrieb Andrea Eskau, die in ihrem neunten Paralympics-Start mit 54 Jahren Achte von 14 Teilnehmerinnen wurde. Die querschnittsgelähmte Sportlerin, die sowohl bei Sommer- als auch Winterspielen bereits jeweils vier Goldmedaillen gewonnen hat, zeigte sich selbstironisch.

„Ich bin uralt verglichen mit allen anderen. Die Nächstjüngere in meiner Division ist 20 Jahre jünger. Das ist in Ordnung, dass die besser sind. Die ein oder andere hinter mir zu lassen, habe ich aber auf jeden Fall als Ziel“, so Eskau vor dem Rennen.

Trotz fehlerfreiem Schießen blieb sie über die 7,5 Kilometer läuferisch chancenlos und hatte 2:35,7 Minuten Rückstand. Eskau möchte an allen Einzelwettbewerben teilnehmen – jeweils drei im Biathlon und im Langlauf.

Weitere deutsche Ergebnisse

  • Alexander Ehler belegte im Sprint der stehenden Klasse bei den Männern Platz neun – der 56-Jährige blieb am Schießstand ebenfalls fehlerfrei
  • Die deutschen Para-Biathleten zeigen damit eine beeindruckende Leistungsbreite über alle Altersklassen hinweg
  • Die erfolgreichen Ergebnisse motivieren das gesamte Team für die kommenden Wettbewerbe

Insgesamt markieren die drei Bronzemedaillen einen äußerst vielversprechenden Start für das deutsche Team bei den Paralympischen Winterspielen 2026. Die Kombination aus jungen Talenten und erfahrenen Veteranen scheint optimal zu funktionieren und lässt auf weitere Erfolge in den kommenden Tagen hoffen.

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