Pesic übt scharfe Kritik an Spielereinstellung trotz Sieg
Ein standesgemäßer 98:80-Erfolg gegen das Tabellenschlusslicht Löwen Braunschweig hat bei Svetislav Pesic, dem erfahrenen Trainer des FC Bayern Basketball, für schlechte Laune gesorgt. Der 76-jährige Serbe reagiert bekanntlich allergisch auf bestimmte Dinge – insbesondere wenn die Einstellung seiner Spieler nicht stimmt, zu lasch verteidigt wird oder grundlegende Elemente fehlen.
"Ich mag diese Überheblichkeit nicht"
Pesic ließ nach dem Spiel im März 2026 keinen Zweifel an seiner Unzufriedenheit: "Ich kann verstehen, dass uns ein schweres Spiel gegen Efes erwartet. Aber unsere Priorität ist die Bundesliga, dafür müssen wir uns besser vorbereiten. Ich mag diese Überheblichkeit nicht", schimpfte der Altmeister. Für ihn sei es nicht genug, nur zu gewinnen, sondern viel wichtiger, wie man gewonnen habe.
Der erfahrene Coach betonte, dass er nicht nur bei den Highlights oder in der Euroleague sehen wolle, dass die Herangehensweise seriös genug sei. Für Pesic ist dies eine alltägliche Voraussetzung. Wenn diese nicht zur Zufriedenheit erfüllt ist, darf die Mannschaft keine Altersmilde erwarten, sondern erlebt den Grantler Pesic: "Noch einmal haben wir gesehen, dass wir speziell zu Hause in der BBL denken, dass wir nur in die Halle kommen müssen – und das Spiel ist erledigt."
Warnung vor den Playoffs
Die übermäßige Lässigkeit war schon zuvor das eine oder andere Mal zu beklagen – bei der Heimniederlage gegen Ulm Anfang Februar oder auch bei der Halbfinal-Pleite im Pokal gegen Bamberg. So ganz hat auch der routinierte Serbe dem Team diese Marotten nicht ausgetrieben. "Die Bundesliga ist sehr gefährlich", sagte Pesic, was für den unangefochtenen Tabellenführer auch als Warnung für die anstehenden Playoffs um die Meisterschaft gelten dürfte.
Gegen Braunschweig war letztlich die individuelle Klasse ausreichend. Angeführt von Andreas Obst mit 21 Zählern punkteten auch Niels Giffey, Xavier Rathan-Mayes (beide 16), Isiaha Mike (12) und Johannes Voigtmann (10) zweistellig. Doch diese Leistung allein reicht Pesic nicht aus.
Herausforderung gegen Efes Istanbul
Das kommende Spiel gegen Anadolu Efes Istanbul am Donnerstag um 20:30 Uhr bei Magentasport dürfte ähnliche Verhaltensmuster härter und teurer bestrafen. Obwohl das türkische Top-Team in dieser Saison seinen Ambitionen in der Königsklasse als Tabellenvorletzter mit nur neun Siegen weit hinterherhinkt, versucht Ex-Bayern-Coach Pablo Laso nach einem Trainerwechsel, den zweimaligen Euroleague-Champion in die Spur zu bringen – bisher vergeblich.
Für die Bayern hingegen ist ein Erfolg ein Muss, um bei acht verbleibenden Spielen in der Hauptrunde die Minimalchance auf die Endrunde zu wahren. Routinier Niels Giffey betonte: "Es sind im Moment drei Spiele auf die Play-In-Plätze – ein Sieg gegen Efes wäre da riesig, um noch im Rennen zu bleiben und alle theoretischen Chancen offenzuhalten."
Ein Sieg würde auch Pesics Gemüt besänftigen – aber nur, wenn er auf die richtige Art und Weise gelingt. Der Coach macht deutlich, dass für ihn nicht das Ergebnis allein zählt, sondern vor allem die Einstellung und der Kampfgeist seiner Spieler.



