Tomislav Piplica: Wie ein legendäres Eigentor den Energie-Cottbus-Kulttorhüter unsterblich machte
Piplicas Eigentor: Vom Fauxpas zur Bundesliga-Legende

Ein Eigentor für die Ewigkeit: Tomislav Piplicas unvergesslicher Moment

Tomislav Piplica, der kultige Torhüter von Energie Cottbus, bestritt insgesamt 248 Spiele für den Verein – eine Karriere, die stets zwischen genialen Paraden und kuriosen Momenten pendelte. Doch ein einziges, legendäres Eigentor machte den bosnischen Torwart weit über die Fußballwelt hinaus bekannt und schrieb Bundesliga-Geschichte.

Der 6. April 2002: Ein Geburtstag mit bitterem Nachgeschmack

Genau einen Tag nach seinem 33. Geburtstag erlebte Tomislav Piplica im Stadion der Freundschaft einen Moment, der ihn bis heute verfolgt. Statt eines verspäteten Geburtstagsgeschenks in Form von drei Punkten erntete der Torhüter nur Hohn und Spott. Energie Cottbus führte gegen Borussia Mönchengladbach mit 3:2, der Sieg und damit der fast sichere Klassenerhalt schienen in der 85. Minute zum Greifen nah.

Doch dann geschah das Unglaubliche: Eine völlig harmlose, abgefälschte Bogenlampe von Marcel Witeczek traf Piplicas Hinterkopf und landete im eigenen Netz. Der Torhüter lag verschämt am Boden, während das Stadion in betretenes Schweigen verfiel. „Fast schon eine Geschichte für Stefan Raab“, kommentierte Witeczek später trocken den kuriosen Treffer.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Von der Bundesliga in die TV-Total-Show

Während Piplica heute über seinen Fauxpas schmunzeln kann, war ihm unmittelbar nach dem Spiel nicht nach Reden zumute. Doch das legendäre Eigentor lief im Fernsehen rauf und runter und weckte das Interesse von Stefan Raab. Der TV-Moderator lud den Torhüter in seine Sendung „TV total“ ein und verlieh ihm den „Raab der Woche“.

„Der hat immer wieder angerufen: ‚Tomislav, komm doch bitte in meine Show.‘ Ich habe erst abgesagt, aber er blieb sehr hartnäckig“, erzählte Piplica später dem Magazin 11Freunde. Der Auftritt machte den Cottbuser Torwart schlagartig in ganz Deutschland bekannt – ein Ruhm, auf den der bescheidene Bosnier gerne verzichtet hätte.

Die Erklärung des Torhüters und sportliche Rehabilitation

Rückblickend erklärte Piplica seinen legendären Patzer mit einer Verkettung unglücklicher Umstände: „Ich habe den Ball unterschätzt. Ich habe unter der Latte gestanden und gedacht, dass der Ball rüber geht. Zu dieser Zeit war so viel Wind gewesen, und auf einmal hat der Ball meinen Hinterkopf getroffen.“

Sportliche Konsequenzen hatte das Eigentor glücklicherweise keine. Nur eine Woche später machte Energie Cottbus beim 0:0 in Stuttgart den Klassenerhalt perfekt – mit Tomislav Piplica als bestem Mann auf dem Platz, trotz eines gebrochenen Fingers. „Ich habe viele gute Spiele gemacht, bin zweimal mit diesem kleinen Verein aufgestiegen“, betonte der heute 57-Jährige stolz. „Das macht mich stolz, und dieses Tor gehört auch dazu.“

Vom Kulttorhüter zum Torwarttrainer

Tomislav Piplica, der nicht nur wegen seines legendären Eigentors, sondern auch aufgrund seines markanten Pferdeschwanzes und seiner riskanten Ausflüge Kultstatus erlangte, arbeitet heute als Torwarttrainer beim Regionalligisten 1. FC Lokomotive Leipzig. Zuvor trainierte er sogar die Torhüter der bosnischen Nationalmannschaft.

Mit dem Spott konnte der sympathische Bosnier gut leben, doch Spekulationen über eine mögliche Manipulation des Spiels trafen ihn hart. „Ich kann jeden Morgen ins Bad gehen und in den Spiegel schauen, das ist das Wichtigste für mich“, sagte Piplica einmal. Sein legendäres Eigentor vom 6. April 2002 bleibt dennoch unauslöschlich im Gedächtnis der Bundesliga-Fans – ein kurioser Moment, der Tomislav Piplica zur unsterblichen Fußball-Legende machte.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration