Polizei-Einsatz im Weserstadion: Raketen fliegen nach packendem Nord-Derby
Über dieses Nord-Derby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV wird noch lange gesprochen werden! Nach einem äußerst packenden und intensiven Fight gewann Werder Bremen mit 3:1 gegen den HSV und landete damit einen wichtigen Befreiungsschlag im Abstiegskampf der Bundesliga. Doch nach dem entscheidenden dritten Tor durch Cameron Puertas in der Nachspielzeit (90.+1) eskalierte die Situation im Weserstadion völlig unerwartet.
Eskalation nach dem Abpfiff: Raketen und Polizei-Einsatz
Zunächst gerieten die Ersatzbänke beider Mannschaften aneinander, was zu einer großen Rudelbildung auf dem Spielfeld führte. Die Co-Trainer Jan Hoepner von Werder Bremen und Loic Fave vom Hamburger SV sahen beide die Rote Karte. Kurz nach dem Abpfiff wurde es dann richtig hässlich: Vermummte HSV-Ultras schossen mehrere Raketen in Richtung der feiernden Werder-Fans. Ein Feuerwerkskörper landete sogar mitten in der Ostkurve des Stadions.
Daraufhin marschierte die Polizei in den Gästeblock ein und scheuchte die Anhänger des HSV heraus. Werder Bremen feierte den wichtigen Sieg trotz der Vorfälle, verurteilte die Angriffe jedoch aufs Schärfste. „Das waren krasse Geschosse. Dass sie über den ganzen Platz fliegen können, damit haben wir nicht gerechnet. Das ist brutal gefährlich“, sagte Werder-Verteidiger Amos Pieper sichtlich schockiert nach dem Spiel.
Vereine verurteilen Gewalt: Keine Verletzten gemeldet
Manager Clemens Fritz von Werder Bremen unterstrich die Gefährlichkeit der Situation: „Ich will kein Öl ins Feuer gießen, aber das war extrem unnötig. Sowas will kein Mensch sehen.“ Auch HSV-Coach Merlin Polzin zeigte kein Verständnis für die unschönen Bilder: „Wenn es zu Gewalt und Verletzten kommt, wollen wir das auf keinen Fall unterstützen. Ich hoffe, dass niemandem etwas passiert ist.“
Diese Hoffnung hat sich glücklicherweise erfüllt. Nach aktuellem Stand gab es keine Verletzten durch die Raketen-Angriffe, lediglich Sachschäden wurden gemeldet. Die genauen Umstände der Rudelbildung in der Nachspielzeit sind noch unklar, insbesondere wofür die beiden Roten Karten genau vergeben wurden.
Jubel als Auslöser? Trainer nehmen Spieler in Schutz
Werder-Boss Fritz äußerte eine Vermutung zu den Tumulten: „Vielleicht wollte der Schiedsrichter ein Exempel statuieren.“ Ausschlaggebend für die Auseinandersetzungen war offenbar der Jubel von Werder-Torschütze Cameron Puertas in Richtung des Gästeblocks nach seinem entscheidenden Treffer. Trainer Daniel Thioune nahm seinen Spieler jedoch in Schutz: „Er hat sein erstes Tor geschossen, versenkt die Bälle sonst in der Weser. Da wusste er womöglich nicht, wohin mit sich.“
Trotz der unschönen Ausschreitungen wollte sich Werder Bremen die Party-Stimmung nach dem wichtigen Sieg nicht nehmen lassen. Torhüter Mio Backhaus sagte: „Heute Abend können wir uns ein kleines genüssliches Getränk genehmigen.“ Ein Sieg, der sportlich wichtig war, aber von gewalttätigen Szenen überschattet wurde, die beide Vereine entschieden verurteilen.



