Alexandra Popp verlässt Wolfsburg: Rückkehr zu Borussia Dortmund als Herzensentscheidung
Popp verlässt Wolfsburg: Rückkehr zu Borussia Dortmund

Abschied nach 14 Jahren: Alexandra Popp verlässt Wolfsburg für Borussia Dortmund

Die Frauen-Bundesliga erlebt einen historischen Abschied: Alexandra Popp beendet nach 14 erfolgreichen Jahren ihre Zeit beim VfL Wolfsburg. Die 35-jährige Nationalspielerin wechselt zur kommenden Saison zu Borussia Dortmund – eine Entscheidung, die sie selbst als „Herzensentscheidung“ bezeichnet.

Pressekonferenz mit großem Medieninteresse

Der Unterschied zwischen ihrem Eintreffen 2012 und ihrem Abschied 2026 könnte kaum größer sein. Während der Wechsel von FCR Duisburg nach Wolfsburg damals mit einer neunzeiligen Mitteilung bekannt gegeben wurde, versammelten sich nun 26 Journalisten und fünf Kamerateams zu ihrer letzten Pressekonferenz in der Volkswagen Arena. „Ein Stück weit berührt mich das“, gestand Popp. „Dieser Abschied ist nicht leicht.“

Erfolgreiche Jahre in Wolfsburg

Ihre Bilanz beim VfL Wolfsburg ist beeindruckend:

  • Sieben deutsche Meisterschaften
  • Elf DFB-Pokal-Endspiele
  • Zwei Champions-League-Titel
In der Nationalmannschaft ragen besonders der Olympiasieg 2016 und das EM-Finale 2022 aus ihren 145 Länderspielen heraus.

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Die Rückkehr in die Heimat

Der Wechsel zu Borussia Dortmund erfolgt trotz der unsicheren Perspektive – Dortmund muss erst den Aufstieg von der Regionalliga in die 2. Bundesliga schaffen. Popp erklärt: „Das war nie eine Entscheidung gegen den VfL. Sondern für mein Herz. Ich hätte auch hier verlängern können. Ich hatte einen sehr guten Vertrag vorliegen. Aber ich hatte Angst, die Chance zu verpassen, noch einmal für den BVB zu spielen.“

Ihre Verbindung zu Dortmund reicht bis in die Kindheit zurück: „Als kleines Mädchen habe ich mich immer an meinem Bruder orientiert. Und mein Bruder ist durch unseren Onkel Dortmund-Fan geworden. Der hat ihn schon sehr früh mit in den Signal Iduna Park genommen“, erzählte sie. „Jetzt geht es Ende Juni zurück nach Hause. Ich habe sogar eine Wohnung in meinem Heimatdorf. Es geht also richtig, richtig nach Hause.“

Letztes Ziel: Der DFB-Pokal

Bevor sie Wolfsburg verlässt, hat Popp noch ein letztes sportliches Ziel: „Es würde mir extrem viel bedeuten, den Pokal nochmal nach Wolfsburg zurückzuholen. Das wäre ein extrem schöner und runder Abschied für mich“, sagte die Fußballerin. Dafür quält sie sich nach einem Muskelfaserriss in der Wade noch einmal durch die Rehabilitation. Das DFB-Pokalfinale gegen Bayern München am 14. Mai in Köln könnte ihr letztes Spiel für den VfL werden.

Kritik an der Entwicklung im deutschen Frauenfußball

Popp äußert sich besorgt über die Entwicklung im deutschen Frauenfußball. Während zu Beginn ihrer Karriere Wolfsburg an ehemaligen Meistern wie Duisburg und Potsdam vorbeizog, hat der Verein heute Probleme, gegen Bayern München anzukommen und ist international gegen Top-Clubs wie FC Barcelona oder FC Arsenal chancenlos.

„Borussia Dortmund bringt als Verein eine immense Strahlkraft mit“, sagt Popp. Sie sieht in Engagements von Vereinen wie Dortmund, Schalke 04 und VfB Stuttgart positive Entwicklungen, warnt aber: „Die deutschen Vereine verdammt noch mal etwas tun müssen. Sonst laufen wir irgendwann wirklich nur noch hinterher.“

Abwanderung deutscher Top-Spielerinnen

Die Entwicklung ist alarmierend: Jule Brandt wechselte im vergangenen Sommer von Wolfsburg zu Olympique Lyon, Lea Schüller im Winter von Bayern München zu Manchester United. Vivien Endemann wird in zwei Monaten von Wolfsburg zum FC Liverpool folgen. Popp fordert Verbesserungen: „Alles muss sich verbessern. Die Infrastruktur muss sich verbessern. Die Bezahlung muss sich verbessern. Da fehlt es an vielen Ecken und Enden.“

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Perspektiven nach der aktiven Karriere

Ihr Vertrag in Dortmund läuft bis 2029. Danach stehen der dreimaligen Fußballerin des Jahres alle Türen offen. Als „Gesicht des Frauenfußballs in Deutschland“ (VfL-Sprecher Dirk Zilles) wird sie von Borussia Dortmund eingebunden werden, der DFB hat bereits Interesse bekundet, und auch beim VfL Wolfsburg könnte sie in Management-Positionen wechseln. Vielleicht ist der Abschied aus Wolfsburg tatsächlich noch kein „Weggang für immer“, wie Popp selbst andeutet.