Premier League startet eigenen Streamingdienst Premier League+ in Singapur
Premier League startet eigenen Streamingdienst in Singapur

Premier League startet eigenen Streamingdienst Premier League+ in Singapur

Die englische Premier League betritt mit einem eigenen Streamingdienst namens Premier League+ völlig neues Terrain in der Vermarktung ihrer Bildrechte. Zur kommenden Saison wird der Dienst zunächst im asiatischen Stadtstaat Singapur als Testmarkt gestartet, wie Geschäftsführer Richard Masters beim Financial Times Business of Football Summit in London bekannt gab.

Direkter Vertrieb als strategischer Schritt

Bisher hatte die wirtschaftlich stärkste Fußballliga der Welt ihre Übertragungsrechte ausschließlich an etablierte Fernsehsender wie Sky Sports oder NBC verkauft. Mit Premier League+ vertreibt die Liga ihre Inhalte nun erstmals direkt an Endkunden. „Wir wollen ein Geschäft aufbauen. Wir wollen auch lernen, wie sich das weltweit replizieren lässt“, erklärte Masters und bezeichnete die Entscheidung als Ergebnis eines sehr langen und sorgfältig abgewogenen Prozesses.

Der neue Ansatz bedeutet, dass sich die Liga intensiv mit Themen wie Werbung, Preisgestaltung, Kundenfluktuation und Vertrieb auseinandersetzen wird. Parallel dazu eröffnet die Premier League ein neues Produktionszentrum in London, um die Inhalte für den Streamingdienst professionell aufzubereiten.

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Internationale Vorbilder und mögliche Signalwirkung

Andere große US-amerikanische Profiligen wie die NFL, NBA oder MLB setzen bereits seit Jahren erfolgreich auf direkte Vertriebsmodelle über eigene Streamingplattformen. Ob dieser Schritt der Premier League auch für die Deutsche Fußball Liga (DFL) Signalwirkung haben könnte, bleibt abzuwarten.

Interessanterweise hatte die DFL erst am Mittwoch, im Rahmen des Staatsbesuchs von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in China, eine Absichtserklärung unterzeichnet. Diese sieht vor, die Zusammenarbeit mit der China Media Group über das bisherige Vertragsende nach der Saison 2027/28 hinaus fortzusetzen – ein klassisches Lizenzmodell, das im Kontrast zum neuen Direktvertrieb der Premier League steht.

Ausblick auf eine globale Skalierung

Das in Singapur getestete Modell ist explizit darauf ausgelegt, weltweit skalierbar zu sein. Sollte sich der Streamingdienst in dem asiatischen Testmarkt bewähren, könnte die Premier League ihr Angebot schrittweise auf weitere internationale Märkte ausweiten. Dies würde die Medienlandschaft des Fußballs nachhaltig verändern und den Einfluss der Liga auf die Vermarktung ihrer eigenen Inhalte deutlich stärken.

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