Rauswurf nach 259 Tagen: Woran Alexander Ende bei Preußen Münster scheiterte
Für Alexander Ende ist die Zeit beim SC Preußen Münster abgelaufen. Der Zweitligist hat seinen Trainer mit sofortiger Wirkung freigestellt, nachdem das Team mit einem leblosen 0:6 in Dresden eine verheerende Niederlage einstecken musste. Diese Entscheidung kam am Montagmorgen nicht überraschend, denn das Debakel hatte tiefe Risse im Kader offenbart.
Das Debakel in Dresden als Auslöser
Die 0:6-Pleite gegen Dynamo Dresden war der finale Sargnagel für Ende. Sein Team wirkte wie paralysiert und unfähig, sich gegen den punktgleichen Konkurrenten zu wehren. Damit steckt Münster erneut im tiefen Abstiegskampf der 2. Bundesliga fest. Offenbar konnte Ende seine Spieler nicht mehr motivieren, was in den verbleibenden acht Spielen jedoch essenziell wäre, um die Liga zu halten.
Nach nur 259 Tagen im Amt musste Ende seinen Spind räumen und ist bereits zu seiner Familie nach Grevenbroich abgereist. Sein Rauswurf markiert das Ende einer kurzen Ära, die anfangs mit einer attraktiven Spielidee Hoffnung weckte, sich aber im harten Fußball-Unterhaus nicht durchsetzen ließ.
Interimslösung und Suche nach einem Nachfolger
Als Interimscoach springt erneut Kieran Schulze-Marmeling ein, der bereits in der Vorsaison in einer ähnlichen Notlage den Abstieg verhinderte. Er soll das Team für das kommende Keller-Duell gegen Schlusslicht Magdeburg am 22. März vorbereiten. Allerdings wird Schulze-Marmeling voraussichtlich nur für diese eine Partie verantwortlich sein.
Sport-Geschäftsführer Ole Kittner und Sportdirektor Jan Uphues planen, innerhalb einer Woche einen neuen Cheftrainer zu präsentieren. Die Zeit drängt, denn mit nur acht Spielen bleibt wenig Raum für Fehler im Kampf um den Klassenerhalt.
Gründe für das Scheitern von Alexander Ende
Endes Spielidee, ein laufintensives Rauten-System mit Kurzpass-Stakkato, wurde schnell von Gegnern decodiert und mit taktischen Gegenmaßnahmen wie Mann-gegen-Mann-Verteidigung ausgehebelt. Der Trainer fand darauf keine adäquate Antwort, was zu einer Serie von schwachen Leistungen führte.
Dennoch trägt nicht Ende allein die Schuld am Misserfolg. Die sportliche Vereinsführung ging zu blauäugig in die Saison, indem sie einen Kader fast ausschließlich auf Endes Tiki-Taka-Stil zuschnitt. Dieser erwies sich als zu einseitig, um in der Zweiten Liga zu bestehen.
Der Umbruch mit 13 neuen Spielern und Investitionen von über zwei Millionen Euro brachte nicht den erhofften Fortschritt. Aktuell befinden sich die „Adlerträger“ in derselben prekären Lage wie im Vorjahr unter Sascha Hildmann.
Reaktionen und Ausblick
Ole Kittner äußerte sich zur Entscheidung: „Mit Alex war unser Ziel, eine klare und langfristige Spielidee aufzubauen. Diese konnten wir in der aktuellen Situation nicht mehr umsetzen. Wir haben jetzt eine konsequente Entscheidung im Sinne des Clubs getroffen.“ Er betonte jedoch auch Endes positive Eigenschaften als Trainer und Mensch.
Die Niederlage in Dresden führte erstmals dazu, dass die rund 1800 mitgereisten Fans ihr Team beschimpften und auspfeiften – ein Zeichen der Frustration, das unterstreicht, wie dringend ein Neuanfang nötig ist.
Für Preußen Münster bedeutet dies: Manchmal muss die Schönheit einer Spielidee sterben, um nicht in Schönheit unterzugehen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der Club den Abstieg noch verhindern kann.



