Preußen Münster drückt nach Debakel den Reset-Knopf
Wie sich die Bilder gleichen: Nach dem dramatischen 0:6-Debakel bei Dynamo Dresden am vergangenen Sonntag hat der Zweitligist Preußen Münster erneut die Notbremse gezogen. Geschäftsführer Ole Kittner und Sportdirektor Jan Uphues entließen auf der Rückfahrt aus Sachsen Trainer Alexander Ende und Co-Trainer Zlatko Muhovic nach nur 259 Tagen im Amt.
Bewährtes Retter-Quartett kehrt zurück
Genau wie im Vorjahr übernimmt nun das Quartett um Kieran Schulze-Marmeling (36) die Geschicke des Clubs. Zusammen mit Sören Weinfurtner (47), Jannis Hohenhövel (34) und Präsident Christian Pander (41) gelang ihnen damals drei Spieltage vor Saisonende der sensationelle Klassenerhalt. Diesmal haben sie acht Spiele Zeit, um die „Adlerträger“ erneut zu retten.
„Unsere volle Konzentration gilt einzig und allein Magdeburg“, betont Interimscoach Schulze-Marmeling. Zunächst ist das Quartett nur für das Heimspiel gegen Schlusslicht Magdeburg am Sonntag (13:30 Uhr, Hammer Straße) verantwortlich, eine Verlängerung ist jedoch nicht ausgeschlossen.
Erste Trainingseinheit unter neuer Leitung
Am Dienstag um 14:22 Uhr leitete Schulze-Marmeling die erste Trainingseinheit. Vor den Augen neugieriger Fans arbeitete die Mannschaft intensiv mit Ball. „Sie alle wissen, dass etwas gutgemacht werden muss“, analysierte der Coach. „Dresden war der Tiefpunkt. Jetzt schauen alle nach vorn und wollen die Wende.“
Anders als 2025 übernimmt Präsident Christian Pander diesmal nicht die Rolle des Teamchefs, sondern agiert als Beobachter und Mentalcoach. Der ehemalige Nationalspieler soll Einzelgespräche führen und seine Profi-Erfahrungen einbringen.
Spielermaterial für den Abstiegskampf
Trotz Verletzungen von Luca Bolay (Fersen-Entzündung), Marvin Schulz (muskuläre Probleme) und den drei Kreuzband-geschädigten Spielern Antonio Tikvic, Malik Batmaz und Simon Scherder verfügt das Retter-Quartett über ausreichend Spielermaterial. In einem intensiven 11 gegen 11 zeigten sich alle Spieler motiviert.
An der Mannschaftshierarchie wird festgehalten: Jorrit Hendrix bleibt Kapitän, Mikkel Kirkeskov sein Vertreter. Nur fünf Tage bleiben, um die „Schwarz-Weiß-Grünen“ für das wichtige Spiel gegen Magdeburg vorzubereiten. Schulze-Marmeling, eigentlich für die Oberliga-Reserve zuständig, sieht trotzdem genug Möglichkeiten zur Veränderung.
Nach nur einem Sieg aus den letzten zwölf Ligaspielen steht für Preußen Münster alles auf dem Spiel. Das Retter-Quartett hat bewiesen, dass es unter Druck funktioniert – nun muss der Beweis erneut erbracht werden.



